Post by Wolfgang Bücherl
Europa im Süden Deutschlands
Gestern war ich bei der Mitgliederversammlung des Hopfenrings in Aiglsbach zu Gast. Ein Dankeschön an den Vorsitzenden des Hopfenrings Stefan Gandorfer für die Einladung! Dort durfte ich im Gasthof Hillerbrand einen Fachvortrag zum EU-Mercosur-Abkommen halten. Im Anschluss haben wir intensiv diskutiert und ich konnte viele kritische und spannende Fragen des Publikums beantworten. Mir war dabei wichtig, aufzuzeigen, dass wir das Thema differenziert sehen müssen: Das EU-Mercosur-Abkommen umfasst alle Bereiche der Wirtschaft. Auch für die Landwirte lohnt sich ein gründlicher Blick darauf: ➡️ Für einige Landwirte ergeben sich zusätzliche Exportchancen. Derzeit werden auf europäische Agrar- und Lebensmittelprodukte im Mercosur Zölle von bis zu 55% erhoben. Durch das Abkommen gehen viele dieser Importzölle (z.B. auf Molkereiprodukte, Schweinefleisch, Spirituosen und Weine) künftig auf NULL, was unseren Exporteuren deutlich helfen wird. ➡️ Gleichzeitig sind wirksame Schutzmechanismen für sensible Produkte wie Rindfleisch oder Geflügel in den Vertrag eingebaut. Diese erlauben es uns, zeitweilig Importe zu stoppen, Quoten zu verringern oder präferentielle Zölle rückgängig zu machen, falls wir eine Importflut erleben, die die Preise nachhaltig drückt. ➡️ Europäische Standards setzen internationale Maßstäbe. Es ist wichtig, unsere Lebensmittel- und Nachhaltigkeitsstandards zu verbreiten. Auch hier ist die Regelung klar: Alle Tiere, Pflanzen und Lebensmittel, die in die EU importiert werden, müssen weiterhin strikt unseren europäischen Gesundheits- und Pflanzenschutzstandards entsprechen. ➡️ Was bedeutet das speziell für den Hopfen? In unserer Diskussion sind wir zum Schluss gekommen, dass sich durch das Mercosur-Abkommen evtl. neue Chancen – auch für Hopfenbauern – ergeben könnten. Ein schöner Zusatzeffekt ist dabei, dass durch das Abkommen 27 deutsche geografische Angaben – darunter der „Hopfen aus der Hallertau“ und der „Tettnanger Hopfen“ – wirksam vor Nachahmung geschützt werden. Der Dialog #EuropaVorOrt zeigt: Europa wird im direkten Austausch konkret; und es lohnt sich, einander zuzuhören.