Post by Werner Seeburger
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«Russland rüstet sich zu Tode - und nutzt die Schweiz als Spionagebasis» Ukrainekrieg und hybride Bedrohung Die Nato kann Putins Armeen schlagen. Matthias Uhl, einer der profiliertesten Russlandkenner im deutschsprachigen Raum, erklärt, weshalb die Macht des Landes überschätzt wird - und wovor wir uns fürchten müssen. Michael Marti Russland ist schwächer, als der Westen glaubt - und rüstet sich gerade zu Tode: Davon ist Matthias Uhl, einer der profiliertesten Russlandexperten im deutschsprachigen Raum, überzeugt. Er widerspricht damit dem geopolitischen Mainstream. Aufrüsten müsse der Westen trotzdem - aber anders, als es gerade geschehe. Und im hybriden Krieg, den Russland längst führt, spielt die Schweiz eine Rolle, die beunruhigt. Herr Uhl, was wissen Sie besser als Ihre Kollegen, die uns vor einem russischen Angriff warnen? Ich kann nur sagen, was ich beobachte. Was beobachten Sie? Wenn man einen kritischen Blick auf das Leistungsvermögen und den Zustand der russischen Streitkräfte wirft, drängt sich der Eindruck auf, dass Russland bereits im Krieg gegen die Ukraine mehr als überfordert ist. Derzeit wäre Russland gar nicht in der Lage, das Baltikum anzugreifen. Selbst dann nicht, wenn es nur um eine begrenzte militärische Operation ginge. Was ist der grösste Irrtum bei der Einschätzung Russlands? Die Annahme, Russland würde wie im Kalten Krieg vorgehen: Hunderte oder gar Tausende Panzer setzen sich in Bewegung, schneiden das Baltikum innert kürzester Zeit von seinen Versorgungslinien ab - eine Blockade wie einst in Berlin 1948, mit der Moskau den Westen vor vollendete Tatsachen stellt und zum Reagieren zwingt. Prominente Warner vor einer Attacke im Baltikum wie Politikwissenschaftler Carlo Masala und Politologe Franz-Stefan Gady sehen die Gefahr weniger in Russlands Stärke als in der Frage, ob die Nato im Ernstfall schnell und geschlossen reagieren würde. Was entgegnen Sie? Dass die Nato intervenieren würde. Es gibt Signale, dass niemand bereit wäre, Litauen oder Estland einfach Russland zu überlassen. Wovon genau sprechen Sie? Denken Sie an die deutsche Brigade in Litauen. Aber das ist nur ein Beispiel: Kanada hat in Lettland eine neue multinationale Brigade mit 3500 Soldaten aus 14 Nationen aufgebaut, Grossbritannien hält eine Brigade in hoher Bereitschaft für Estland, an der auch Dänemark, Frankreich und Island beteiligt sind. Ein russischer Angriff im Baltikum würde eine Nato-Intervention auslösen. Und auf russischer Seite weiss man das. Russland oder Nato? Welche dieser Militärmächte ist heute stärker? Die Nato. Die dokumentierten Verluste auf der Oryx-Website oder im Military-Balance-Report zeigen: Russland ist durch den Ukrainekrieg massiv geschwächt, die Nato dagegen gut aufgestellt. Man kann der russischen Bedrohung deutlich gelassener gegenübertreten, als der aktuelle Diskurs suggeriert. #tussland #putin #ukrainekrieg #schweiz #spionagebasis #russlandkenner #interview