Post by Ulrich E. Gut
PolitReflex, Redaktor und Autor
"IN HÖCKES LAND. BEI ROGER KÖPPEL IST DEM AfD-MANN WOHL." So überschreibt die "Frankfurter Allgemeine" in ihrer Ausgabe vom 11.6.26 einen Artikel von Kira Kramer über einen Besuch Björn Höckes bei der "Weltwoche". Auszug: "(...) Die Kamera für den Youtube-Kanal „Weltwoche Daily“ läuft mit. Köppel, ehemaliger Schweizer SVP-Nationalrat und publizistisch dafür bekannt, Russland und dessen Machthaber zu umarmen, begrüßt seinen Gast als „größte Reizfigur der deutschen Politik“ und nennt dessen Besuch „eine große Ehre“. (...) Statt Höcke zu kontern, bietet Köppel ihm bequeme Anschlussstellen. (...) Etwa, wenn Köppel die These entwickelt, die Westdeutschen seien nach 1990 übermütig geworden; als Nachwirkung dieser Hybris werde der Osten heute kolonial überfahren und Russland moralisch belehrt. Höcke nimmt das auf: Nicht Moskau eskaliere, sondern der Westen. Putin versuche, Eskalation zu vermeiden, während die Kriegsrhetorik von Friedrich Merz, Roderich Kiesewetter und Marie-Agnes Strack-Zimmermann „unerträglich“ sei und das deutsche Erbe „mit Füßen“ trete. Die Sprengung von Nord Stream schreibt er den Amerikanern zu, westliche Geheimdienste hätten die Ukraine unterwandert. Höcke formuliert all das nicht als Vermutung, sondern als Befund – und Köppel fragt nicht nach Belegen. (...) Was beim Youtuber Berndt die Naivität leistete, leistet Köppel durch Pseudo-Intellektualisierung: Die Suche nach großen Befunden hinter den Krisen der Zeit und Höckes Entwurf eines besiegten, von sich selbst entfremdeten Deutschlands klingen hier nicht nach Agitation, sondern nach Diagnose. Köppels Bibliothek liefert dem völkischen Nationalismus nicht nur eine Kulisse, sondern die bürgerliche Einhausung mit." https://lnkd.in/eChnsFkA