Post by Uli Funke
Mehr Wirkung in Leadership, Transformation, Coaching dank Hirnforschung 🧠 | Vorträge | Weiterbildung/Zertifizierung | Akademie (A|F|A|N) | Neurowissenschaft praxisnah nutzbar für Führung, Unternehmenskultur, Veränderung
Kommst du dir auch manchmal vor, wie Sisyphos, die tragische Figur aus der griechischen Mythologie? Täglich mühst du dich ab, um kurze Zeit später scheinbar wieder von vorn anzufangen. Sisyphos wurde von den Göttern zu einer ewigen Strafe verurteilt: Er muss einen schweren Felsblock einen Berg hinaufrollen, der kurz vor dem Gipfel immer wieder zurückrollt. Diese Aufgabe ist endlos und scheinbar sinnlos. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor... 🤔 Kaum ist ein Prozess abgeschlossen, wartet schon eine neue Aufgabe. Kein Verschnaufen, keine Pause. Wie ein Hamster im Rad, oder eben Sisyphos am Berg. Auch wenn mir dieses Bild immer wieder mal in den Sinn kommt, lasse ich mich nicht davon herunterziehen. Wer sagt denn, dass das alles wirklich sinnlos ist? Der Schriftsteller Albert Camus beschreibt Sisyphos zum Beispiel in einem philosophischen Essay nicht als Opfer, sondern als jemanden, der bewusst handelt, obwohl er weiß, dass die Aufgabe niemals »fertig« sein wird. Für Camus ist Sisyphos eher ein Rebell: Er akzeptiert die Absurdität der Situation. Er verweigert die innere Kapitulation. Er macht die Aufgabe zu seiner eigenen. Sisyphos widersetzt sich den Göttern durch seine innere Haltung. Diese Sichtweise gefällt mir auf jeden Fall besser. Und hier liegt auch eine Parallele zu Führung. Führung ist selten ein Zustand, sondern fast immer ein Prozess ohne Endpunkt: • Probleme tauchen immer wieder neu auf. • Konflikte kehren in anderer Form zurück. • Veränderung hört nicht auf, nur weil ein Ziel erreicht wurde. Wer Führung als »Irgendwann ist es geschafft« versteht, erlebt zwangsläufig Frustration. Wer sie als dauerhafte Auseinandersetzung mit Komplexität begreift, kann handlungsfähig bleiben. Bei meiner Recherche zur Weiterbildung BRAIN FOR BUSINESS® habe ich mich intensiv mit der Flow-Forschung von Mihály Csíkszentmihályi auseinandergesetzt. Auch diesen Aspekt kann ich bei Sisyphos entdecken: Flow entsteht, wenn: • die Aufgabe fordernd, aber zu bewältigen ist • Fähigkeiten und Anforderungen in einem dynamischen Gleichgewicht stehen • Ziele klar sind, aber der Weg nicht zu trivial ist. Flow und Weiterentwicklung entstehen also dann, wenn wir uns immer wieder neuen Herausforderungen stellen und aus der Komfortzone herauskommen. Also: Auf die innere Einstellung und Perspektive kommt es an. Wäre ich Sisyphos (wie das aussehen könnte, habe ich mit KI-Unterstützung simuliert), könnte ich die Strafe der Götter etwa als herausforderndes Fitnessprogramm ansehen. Und schaut euch mal meinen Bizeps im Video an! 🤣 Was denkst du? Strafe oder Herausforderung? Oder etwas anderes? Bilder und Video wurden in mühsamer Kleinarbeit generiert mit Nano Banana Pro und Veo 3.1. War eine Sisyphos-Aufgabe...
Video Content