Post by Torsten Grundke

Lieber 70% tun als 100% wollen Vizepräsident der IHK zu Rostock Vorstandsvorsitzender der Stralsunder Mittelstandvereinigung e.V. Ratsmitglied im Rat für Vorpommern Abgeordneter der Stralsunder Bürgerschaft

Erinnerung verpflichtet! Bei einer politischen Veranstaltung hat der Kabarettist Uwe Steimle mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz gefragt, wo Stauffenberg sei, wenn man ihn mal wirklich brauche. Gemeint war damit ein Attentat auf den Kanzler unserer Demokratie. Auf dem Podium widersprochen hat niemand. Karl Graf von Stauffenberg, der Enkel des Widerstandskämpfers, nennt es Geschichtsklitterung, sein Großvater werde in den Schmutz gezogen. Ich schreibe diese Zeilen, weil mich das nicht loslässt. Claus Schenk Graf von Stauffenberg hat sein Leben verloren, weil er sich einer menschenverachtenden Diktatur entgegenstellte. Der 20. Juli 1944 steht für Menschen, die alles riskiert und alles verloren haben. Ihr Andenken ist mir kostbar. Was mich am meisten bewegt: Hier wird Geschichte verändert, um heute Wirkung zu erzielen. Wer den Bundeskanzler eines freien Landes in diese Nähe rückt, macht damit unweigerlich den Diktator von damals kleiner. Unsere Vergangenheit ist kein Material für die Auseinandersetzung von heute. Sie ist das, woraus wir gelernt haben. Kabarett darf viel. Es soll viel dürfen - die Freiheit der Kunst gehört zu diesem Land. Ich wünsche mir nur, dass wir den Punkt nicht überschreiten, an dem Gewalt gegen einen Menschen zur Pointe wird. Hinter dem Amt steht ein Mensch. Und ich wünsche mir Widerspruch dort, wo er unbequem ist, unabhängig davon, wer spricht und wer zuhört. Unsere Demokratie lebt vom Streit. Sie lebt aber auch davon, dass jemand aufsteht, wenn eine Grenze überschritten wird. Schweigen wäre bequem. Richtig ist es nicht. Erinnerung verpflichtet. Torsten Grundke #ErinnerungVerpflichtet #20Juli1944 #Stauffenberg #Demokratie #Frieden #Freiheit #Haltung #Anstand #Widerspruch #Stralsund #MV

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