Post by Tim Dahlmann-Resing

Sprecher des Vorstands VAG Nürnberg; Geschäftsführer StWN; Vizepräsident VDV; Vorsitzender der Gesellschafterversammlung VGN; Vorsitzender des Vorstands STUVA; Gestalter der Mobilitätswende

Die vergangenen Tage waren weit mehr als eine Hitzewelle. Sie haben deutlich gemacht, welche konkreten Auswirkungen der Klimawandel bereits heute auf unseren Alltag und unsere Infrastruktur hat – auch für die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen haben den Straßenbahnbetrieb vor eine enorme Belastungsprobe gestellt. An zahlreichen Stellen im Nürnberger Stadtgebiet hat sich die Vergussmasse aus Bitumen zwischen Schiene und Fahrbahn gelöst. Dadurch wurden Gleise, Weichen und Fahrzeuge so stark beeinträchtigt, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet werden konnte. Die Entscheidung, den Straßenbahnbetrieb vorübergehend einzustellen, ist uns alles andere als leichtgefallen. Sie war jedoch alternativlos. Denn die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeitenden steht für uns jederzeit an erster Stelle. Seit Samstagabend arbeiten unsere Kolleg*innen mit Hochdruck daran, die Folgen der großen Hitze zu beseitigen. Betroffene Strecken werden gereinigt, Weichen und Gleise überprüft sowie Fahrzeuge aufwendig von den Bitumenrückständen befreit. Parallel bereiten wir die notwendigen Testfahrten vor. Jeder Streckenabschnitt wird erst dann wieder freigegeben, wenn er vollständig gereinigt, technisch überprüft und sicher befahrbar ist. Mir ist bewusst, welche Belastung diese Situation für viele Fahrgäste bedeutet. Für die Einschränkungen und Unannehmlichkeiten möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen. Gleichzeitig danke ich allen Fahrgästen herzlich für ihre Geduld und ihr Verständnis. Mein besonderer Dank gilt allen Kolleg*innen, die seit Samstagabend unter extremen Bedingungen im Einsatz sind. Ob im Gleisbau, in den Werkstätten, im Fahrdienst, in der Leitstelle oder in vielen weiteren Bereichen – sie arbeiten mit großem Engagement daran, den Straßenbahnbetrieb schnellstmöglich und vor allem sicher wieder aufnehmen zu können. Diese Leistung verdient höchste Anerkennung. Die Ereignisse des Wochenendes zeigen aber auch: Der Klimawandel verändert die Bedingungen, unter denen wir Mobilität organisieren und Infrastruktur betreiben – nicht nur in Nürnberg, sondern bundesweit. Gerade jetzt kommt es darauf an, die richtigen Prioritäten zu setzen. Wir brauchen klimaangepasste Städte, widerstandsfähige Infrastruktur und einen leistungsfähigen ÖPNV.

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