Post by Thomas Wagner
Multimedia storyteller, photographer and trainer.
Wilhelmshaven ist eine strukturell schwache Stadt. Daran ändern bislang auch der Deutschlands größter Marinestützpunkt und der JadeWeserPort wenig. Die Kinderarmut ist hoch; rund jedes dritte Kind lebt in Haushalten mit Grundsicherungsbezug. In Wilhelmshaven haben in den vergangenen Jahren zwei schwimmende LNG-Terminals zum Umschlag von verflüssigtem Erdgas den Betrieb aufgenommen. Zudem plant die Stadt gemeinsam mit Unternehmen einen weiteren Energie- und Industriekomplex mit LNG-Infrastruktur und später möglichen Wasserstoffprojekten im Bereich des Voslapper Grodens, einem europäischen Vogelschutzgebiet. Dagegen gingen der NABU Niedersachsen, die Deutsche Umwelthilfe und der BUND Niedersachsen gerichtlich vor. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg setzte den Bebauungsplan vergangene Woche vorläufig außer Vollzug. Ausschlaggebend war, dass nach Auffassung des Gerichts naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen bislang nicht ausreichend gesichert beziehungsweise konkretisiert seien. Anders als die Kläger stufte das Gericht aber das Bauvorhaben grundsätzlich als Beitrag zum Klimaschutz ein. Hintergrund sind auch vollkommen unterschiedliche Bewertungen zum LNG. Kritiker halten es für umweltschädlich. Förderung, Transport und Verarbeitung von LNG verursachten erhebliche Methan- und Treibhausgasemissionen. Bei dem neuen Bauvorhaben in Wilhelmshaven handele sich nicht um ein Projekt zur Stärkung erneuerbarer Energien, sondern im Wesentlichen um eines zum Import fossilen Flüssiggases, so der NABU. Ich fotografierte im Auftrag der Schweizer „Die Wochenzeitung“ die Energie-Infrastruktur an Wilhelmshavens Küste und porträtierte Umweltaktivistinnen, die die Zerschlagung des Vogelschutzgebietes verhindern wollen. #klima #klimaschutz #nabu #vogelschutz #wilhelmshaven #umweltschutz #woz #deutscheumwelthilfe #liquidgas