Post by Theresa Brückner

Pfarrerin für Kirche im digitalen Raum | Social Media & digitale Verkündigung | Referentin | Mitglied der Landessynode der EKBO

Vier Tage Pfarrkonventsfahrt in Düsseldorf und Köln. Viele Gespräche über die Zukunft von Kirche. Über Gebäude. Über Digitalisierung. Über schwindende Ressourcen. Über Strukturen. Und trotzdem habe ich auf der Rückfahrt vor allem an Menschen gedacht, die so begeistert von Ihrer Arbeit erzählt haben, dass das richtig ansteckend war. An Dr. Wibke Janssen in der Kaiserswerther Diakonie, die von Geschichte, Bildung und den Ambivalenzen kirchlicher Tradition erzählt hat. Und an die Schwestern und ihre Geschichten. An Präses Thorsten Latzel und das Gespräch darüber, wie Kirche geistlich bleiben kann, während sie sich verändert. An Maren Kockskämper und Dr. Rebecca John Klug, die von der Vision einer gemeinsamen Gemeinde Düsseldorf berichtet haben und davon, wie wichtig Vertrauen für Veränderungsprozesse ist. An Markus Herzberg in der Antoniterkirche, der erzählt hat, wie dem Umbau der Kirche Gespräche mit Menschen vor Ort vorausgingen. Nicht mit einem fertigen Konzept. Sondern mit der Frage: Was braucht ihr eigentlich? Und an viele weitere Kolleg*innen und Gesprächspartner*innen, die gezeigt haben, wie viel Kreativität, Mut und Leidenschaft in Kirche steckt. Ein Gedanke hat mich durch diese Tage begleitet, weil alle in ihren jeweiligen Prozessen davon erzählt haben: Menschen fragen selten zuerst, wer zuständig ist. Menschen fragen: Wer hört mir zu? Wer versteht meine Fragen? Wer spricht verständlich? Wem kann ich vertrauen? Vertrauen war überhaupt der wichtigste Faktor in all den Gespräche. Vielleicht beschäftigt mich dieser Gedanke auch deshalb so, weil er weit über Kirche hinausgeht. Wir leben in einer Zeit, in der vieles um Aufmerksamkeit konkurriert. Umso wichtiger wird die Frage, ob Menschen sich gesehen fühlen. Kirche hat Zukunft, davon bin ich überzeugt. Nicht weil wir die perfekten Konzepte haben. Sondern dort, wo Menschen erleben, dass ihre Fragen, Hoffnungen und Sorgen einen Platz haben. Mit vielen Notizen und noch mehr Denkanstößen bin ich zurück nach Berlin gefahren.

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