Post by Theo van der Zalm

redacteur/Redakteur, verslaggever/Berichterstatter, tekstschrijver/Texter, Journalist.

Die Gut-und-Böse-Falle   Egal ob Klimawandel oder Migration, die Debatte darüber wird im Westen immer von der Frage nach Gut oder Böse belastet. `Belastet´ ja, denn es geht um komplizierte Zusammenhängen, die sich in duzende kleinere Teilbereiche fächern.   `Gut´ und `Böse´ sind immer RELATIV. Was für den Einen was Gutes ist, kann den Nächsten umbringen. Was einer MEINT, dass Gut für ihn wäre, kann auf langer Sicht was Schlechtes für ihn sein. Der Asteroid, der vor 65 Millionen Jahren in der heutigen Karibik einschlug war eine Katastrophe. Ohne diese Katastrophe aber hätte kein Säugetier sich weiter entwickeln können und wären wir jetzt nicht hier. Die ganze Vereinigten Staaten von Amerika mit allem, dass damit zusammenhängt haben den einheimischen Bevölkerung von Nord-Amerika nichts Gutes gebracht. Wir in West-Europa sehen die USA anders, die Menschen in Vietnam und Kambodscha aber würden eher den Indianern zustimmen. Ein Japanisches Sprichwort fasst es gut zusammen: `Das Schwert, das den tötet, der hundert Menschen töten wollte, ist ein lebenspendendes Schwert´.   Christentum und Islam sind es, die die Vorstellung verbreitet haben, es gäbe DAS Gute und DAS Böse schlechthin. Das ist aber eine Vorstellung, die von unseren Erkenntnissen der Welt und des Kosmos um uns herum nicht bestätigt wird. Welt und Kosmos - die Schöpfung so man will - kennen nur positiv und negativ geladene Teilchen, aus denen alles existierende gebaut ist. Die Vorstellung, das `Gute´ würde das `Böse´ an einem `Ende´ sogar überwinden, ist aberwitzig. Sowas würde unsere Welt einfach auslöschen. Die alten Ägypter waren da schon kluger. Die meinten, dass Schöpfergott Atum die Welt aus PAAREN von Göttern erschaffen hatte. Das deutet schon mal darauf hin, dass jede Kraft einen Gegenkraft braucht, damit sie zusammen in Balance bleiben. Das ist ein schon fast physisches Naturverständnis. In dem Sinne sind Moses und Zoroaster dahinter zurückgefallen.      Während in Asien und in den Religionen dort das Gespür für Gleichgewicht lebendig geblieben ist, verfiel man rund ums Mittelmeer immer mehr der kindlichen Wahnvorstellung, es gäbe DAS Gute in EINEN fürsorglichen Gottvater, mit EINER Wahrheit die man am Besten blind folgen sollte, damit es einem nach dem Tode besser geht. Der Unterschied ist, dass man im Römischen Reich und im vorderen Orient meinte, den Ausweg aus dem Leiden in der Welt im Jenseits gefunden zu haben, während Buddha im Osten erkannte, dass der einzige `Ausweg´ wäre, aufzuhören danach zu suchen. Seine Nachfolger im Zen und Taoismus machten dann den nächsten Schritt, indem sie verstanden, dass man das Leben einfach nehmen soll so wie es kommt.