Post by Stephan Gilow

Hauptgeschäftsführer VAA

Der Kündigungsschutz für Fach- und Führungskräfte ist bedroht!   Dass es sich dabei um eine schlechte Idee handelt, habe ich in einem Brief für den VAA – Fach- und Führungskräfte Chemie an die Regierungschefs der Länder NRW (Hendrik Wüst), Bayern (Dr. Markus Söder), Hessen (Boris Rhein) und Hamburg (Peter Tschentscher) deutlich gemacht.   Heute Abend soll im Koalitionsausschuss in Berlin über eine Aufweichung des Kündigungsschutzes beraten werden. Das wäre unabhängig von der Ausgestaltung ein Schlag ins Kontor von Fach- und Führungskräften. Schutzwürdigkeit von Beschäftigten lässt sich nicht allein am Gehalt festmachen.   Der Kündigungsschutz, so heißt es, sei eine Bremse für Flexibilität, Wettbewerbsfähigkeit und Modernisierung. Doch diese Argumentation greift zu kurz. Realistisch betrachtet arbeiten Spitzenkräfte selten im Takt kurzfristiger Trends, denn Innovation in den deutschen Kernindustrien wie Chemie und Pharma benötigt Zeit. Entwicklungszyklen dauern Jahre, manchmal Jahrzehnte. Know-how sammelt sich nicht in Quartalen an, sondern durch verlässliche Zusammenarbeit. Hinzu kommt: Wer Teams, Projekte oder Abteilungen führt, trägt Verantwortung für viele Faktoren - Mitarbeitende, wirtschaftliche Ergebnisse, strategische Entscheidungen. Fach- und Führungskräfte managen zudem die aktuellen, tiefgreifenden Transformationsprozesse. Sie nun zu Beschäftigten zweiter Klasse zu degradieren, wäre ein fatales Signal an alle, die täglich den Standort mit ihrem Einsatz stützen und dafür fair entlohnt werden. Übersetzt bedeutet es: Engagement, Leistung und die Übernahme von Verantwortung lohnen sich nicht, sondern können im Gegenteil sogar mit Nachteilen verbunden sein.   Ich hoffe, dass sich die beteiligten Koalitionäre heute Abend für Leistung und gute Arbeit in einem fairen Arbeitsumfeld entscheiden werden. Gemeinsam mit der ULA - Deutscher Führungskräfteverband werden wir uns weiter dafür stark machen!

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