Post by Stefanie Ray
Humortrainerin für Solopreneure, Coaches, Speaker und Podcaster • humorvoll präsentierte Botschaften mit Impact | 20+ Jahre Erfahrung als Comedy/Satire Autorin und Sprecherin 🎤 weniger PowerPoint, mehr Punchline.
Die Baaaaahn - Bahnfahren hat so einen schlechten Ruf und drum freu ich mich immer umso mehr, wenn alles anders kommt. Sonntagnachmittag war ich mit der Regionalbahn unterwegs, genau wie der Rest Deutschlands … Ich stand also im Gang. Rechts und links von mir saß – auf zwei Vierersitze verteilt – eine Familie mit vier Kindern und Großvater, plus eine ältere Dame, die nicht zur Familie gehörte. Die Stimmung: gereizt. Die Kinder quengelig, plötzlich bricht es aus einem Jungen heraus: „Wie lange noch? Ich will nicht mehr! Wann sind wir da?“ Ein klassischer Streit-Mecker-Belehrungs-Moment steht sooo knapp bevor! Doch die ältere Dame hat andere Intentionen, sie beugt sich zum Jungen und sagt: „Wenn mir früher langweilig war, hat mein Vater immer ein Spiel mit mir gespielt… Ich sehe was, was du nicht siehst – und das ist gelb!“ Der Junge horcht kurz auf, dann ist er sofort dabei. „Das Schild da draußen!“ „Nein.“ „Der Koffer!“ „Ja! Jetzt bist du dran!“ Und schon ist nahende Stimmungsexplosion, der vorhersehbare Bahn-Moment abgewendet und ich kann meine „Hab-Acht-Stellung“ begraben. Irgendwann nimmt die Dame sogar den Opa (Altrocker mit Totenkopfshirt) mit rein: „Ich sehe was, das du nicht siehst, und das ist weiß! … Ein Tipp: Guck mal zu deinem Opa!“ Der Junge guckt und jubelt: „Der Schädel!“ Opa schmunzelt. Junge lacht. War doch easy, „Ich sehe was, das du nicht siehst kennt doch jeder, oder? Jawohl, theoretisch ist das so, aber praktisch geben sich die wenigsten Menschen das Quäntchen Mühe sich aktiv für gute Laune einzusetzen. Leichter ist es, ins Genervtsein einzusteigen. Doch die Dame hat – Perspektivwechsel sei Dank! - das Ruder rumgerissen. Sie hat nicht auf das geschaut, was offensichtlich da war, wie Langeweile und schlechte Stimmung, sondern auf das was möglich ist, nämlich die Laune mit einem einfachen Kniff um 180 Grad zu drehen. Ich sehe was, was du nicht siehst und das macht – Laune! Was in der Regionalbahn gilt, gilt auch im Berufsleben: Wer sich nicht die Mühe macht, gute Stimmung zu erzeugen, verstärkt die schlechte. Wer schon annimmt „XYZ wird wieder XYZ sagen“, hört nicht richtig zu und ist nicht offen, ist schon schlecht gelaunt, bevor es überhaupt losgeht. Perspektivwechsel heißt nicht nur: Ich tue aktiv etwas dafür, dass die Situation anders verläuft, sondern auch, ich lasse die Möglichkeit zu, dass es anders laufen kann. Wer nicht kann was die Dame schafft, keine Sorge: Perspektivwechsel und Humor sind keine Talente, sondern Fähigkeiten, die jede und jeder trainieren kann. Wenn du lernen willst, wie du mit einfachen Mitteln Stimmung drehst, Leichtigkeit reinbringst und Menschen erreichst – dann lass uns sprechen. Stänkern ist einfach. Gute Laune verbreiten und nachhaltig einen Stimmungswechsel erzeugen – das ist die König*innendisziplin. 👑