Post by SOS-Kinderdörfer weltweit
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Zwischen Luftalarm und Kinderlachen: Wie fühlt sich ein Ort an, an dem Krieg und Alltag gleichzeitig stattfinden? „In Kyjiw hat mich vor allem die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Realitäten beeindruckt: belebte Straßen, volle Cafés und Restaurants – und zugleich Luftalarme, der Blick aufs Smartphone, um die aktuelle Gefahrenlage einzuschätzen, sowie nächtliche Ausgangssperren.“ - Ramona Sporer-Fischbacher Rund 150 Kilometer von Kyjiw entfernt, in Prochori, einem kleinen Dorf mit rund 500 Einwohner:innen, gehört Luftalarm zum Alltag. „Dort ist zu 60% des Tages Luftalarm. Wir sind in den Keller der Schule und dort war plötzlich alles bunt. Kinder, die spielerisch lernten über Emotionen zu sprechen, lachten. Ich bekam einen winzigen Eindruck, was es für die Kinder bedeuten muss, einfach mal abschalten zu dürfen.“ - Verena Milasta „Als Gast konnte ich davon nur einen kleinen Ausschnitt erleben. Umso mehr habe ich mich gefragt, welche Resilienz es erfordert, über Jahre mit dieser Realität zu leben.” - Ramona Sporer-Fischbacher Unsere Kolleginnen Ramona und Verena waren für uns in der Ukraine unterwegs. Im Fokus standen unter anderem das vom BMZ geförderte Entrepreneurship-Projekt für Erziehungsverantwortliche und „Rebuilding Hope“, das humanitäre Nothilfe mit Bildungsförderung, Beschäftigungsförderung für Mütter und psychosozialer Unterstützung für binnenvertriebene Familien verbindet. Wie nah Licht und Schatten beieinanderliegen, wurde in den vielen Gesprächen vor Ort deutlich. Eine Mutter aus Sloviansk berichtete, wie eine Rakete ihr Zuhause zerstörte. Sie überlebte mit ihrem wenige Monate alten Kind, verlor jedoch ein Bein. Und trotzdem stand in ihrer Erzählung nicht der Schmerz im Mittelpunkt, sondern vor allem das, was jetzt vor ihr liegt: die Überzeugung, das Leben, das ihr noch einmal geschenkt wurde, nun zu füllen. Genauso wie die Arbeit unserer Kolleg:innen vor Ort. Viele von ihnen sind selbst Binnenvertriebene, leben seit Jahren unter permanenter Belastung und sind dennoch jeden Tag für Kinder und Familien da. Aber auch wenn zerstörte Gebäude wieder aufgebaut werden können und der Alltag teilweise zurückkehrt: Heilung, Vertrauen, Zuversicht und Traumabewältigung brauchen deutlich länger. Psychosoziale Unterstützung, Sprachtherapie, Bildungsangebote, Gruppenangebote für Kinder, Unterstützung für Mütter und Supervision für die Fachkräfte vor Ort bleiben deshalb absolut notwendig. 💬 Was braucht es aus eurer Sicht, damit Kinder trotz Krieg wieder Momente von Alltag, Sicherheit und Kindsein erleben können? Liliia Sheina Serhii Lukashov Yevgeniya Rzayeva Ksenia Naduta-Skrynnyk Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) SOS Children's Villages Ukraine