Post by sonnen GmbH

43,330 followers

Der Referentenentwurf zur EEG-Novelle wurde diese Woche veröffentlicht – nennenswerte Änderungen zur vor einigen Wochen geleakten Version gibt es nicht. Die zentrale Frage bleibt: Wie passt „mehr Markt“ mit immer mehr Einschränkungen zusammen? Die EEG-Vergütung für kleinere PV-Anlagen bis 25 kWp soll bekanntlich entfallen. Stattdessen soll „der Markt“ die Einspeisung über die Direktvermarktung regeln. Das klingt zunächst nach mehr Freiheit und mehr Wettbewerb. Die Realität sieht jedoch anders aus: ➡️ Einspeisung wird begrenzt Kleine Anlagen sollen nur noch 50 % ihrer maximalen Leistung einspeisen dürfen. Selbst dann, wenn sie fernsteuerbar sind und die Situation im Stromnetz nicht kritisch ist. Für größere Anlagen ab 100 kWp gilt das nicht. ➡️ Größere Anlagen erhalten weiterhin Vergütung Im Gegensatz zu kleineren Anlagen, erhalten PV-Anlagen ab 25 kWp weiterhin eine feste Vergütung für eingespeisten Strom. Ein klarer Investitionsvorteil an der Stelle. ➡️ Technische Hürden steigen Auch kleine Anlagen sollen ihre Fernsteuerbarkeit nachweisen. Und zwar über Smart Meter. Die sind vielerorts noch gar nicht verfügbar. Und selbst dort, wo sie installiert sind, erfüllen sie häufig nicht einmal zuverlässig ihre Grundfunktion: Messdaten korrekt übermitteln. Unserer Erfahrung nach ist das sehr praxisfern. Das Ergebnis: Das Ministerium spricht von „mehr Markt“, schränkt die Handlungsspielräume für Betreiber kleiner PV-Anlagen aber faktisch weiter ein. So entsteht aus unserer Sicht kein freierer Markt, sondern ein stärker regulierter. Und das zulasten kleiner Anlagen, die heute immerhin mehr als die Hälfte der installierten PV-Leistung in Deutschland ausmachen. Der Weg zu „mehr Markt“ braucht andere Weichenstellungen: weniger Regulierung, mehr Digitalisierung und vor allem mehr Einfachheit. Nur so können sich auch kleine PV-Anlagen sinnvoll in Markt und Stromnetze integrieren.

Post content