Post by smartGAS Mikrosensorik GmbH

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Vor zwei Jahren erklärte uns ein Kurator des Kunsthistorischen Museums in Wien, dass große europäische Sammlungshäuser wie der Louvre, die Uffizien oder der Prado ihre Raumluft seit Jahren kontinuierlich auf CO₂ überwachen. Nicht wegen der Klimaanlage. Sondern wegen der Kunstwerke. Der Mechanismus ist unscheinbar, aber gut dokumentiert: CO₂ kann in feuchter Luft Kohlensäure bilden. Bei historischen Pigmenten, besonders bei bleiweissbasierten Farben und Temperaschichten, können dadurch langsame chemische Reaktionen beschleunigt werden. Die Folgen zeigen sich oft erst nach Jahrzehnten: Vergilbung, Mikro­risse, Verlust von Lasurkraft. Die Quelle dafür sind häufig die Besucher selbst. Eine gut besuchte Sonderausstellung kann den CO₂-Wert in einem geschlossenen Raum schnell von etwa 420 ppm Außenluft auf über 2.500 ppm steigen lassen, wenn die Lüftung nicht entsprechend nachregelt. Deshalb steuern Restauratoren heute in zwei Richtungen: über Echtzeitmessung der CO₂-Konzentration und über klare Besuchergrenzen in besonders sensiblen Räumen. Was uns daran fasziniert: Industrielle Messtechnik ist längst in Bereiche vorgedrungen, die auf den ersten Blick gar nichts mit Industrie zu tun haben. Galerie, OP-Saal, Pilzzucht, Frühchenstation – überall geht es um dieselbe Frage: Wie ist die Atmosphäre in diesem Raum gerade? Und wie müsste sie sein? Der Sensor bleibt derselbe. Was sich ändert, ist die Definition von Schaden. In welchen Räumen würdet ihr gerne wissen, was die Luft wirklich tut?

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