Post by Sabine Lanius
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"Über Gehalt spricht man nicht!" Das war jahrzehntelang 𝘥𝘪𝘦 Regel im Berufsleben. Auf auf Top-Level erst recht. Wer das eigene Paket nannte, galt schnell als unprofessionell. Wer nach dem der anderen fragte, als indiskret. Diese Selbstverständlichkeit hat ganze Karrierephasen geprägt. Ab dem 7. Juni fällt auch sie. Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie werden Geheimhaltungsregeln über Vergütung unwirksam. Sie dürfen offen mit Peers, mit Ihrem Netzwerk und mit Headhuntern über Ihr Paket sprechen. Ohne Stirnrunzeln. Ohne Sorge, gegen ungeschriebene oder geschriebene Regeln zu verstoßen. Klingt nach kultureller Fußnote. Ist aber für Ihre Wechselsituation handfest. Drei Dinge, die sich - aus meiner Sicht - dadurch konkret verbessern: 1. Ihre Marktintelligenz vor einer Verhandlung. Sie können künftig gezielt mit (potenziellen) Kollegen auf vergleichbarer Ebene sprechen. Bandbreiten, Strukturen, Bonus-Logiken – Gespräche, die bisher mit Vorsicht geführt wurden, werden zur normalen Recherche. 2. Der Austausch mit Headhuntern. Viele Kandidaten waren bisher zurückhaltend, ihr aktuelles Paket konkret zu benennen. Diese Hemmung fällt weg. Headhunter bekommen sauberere Daten – Sie bekommen passendere Vorschläge. 3. Der ehrliche Blick auf den eigenen Marktwert. Wer sich austauscht, merkt schnell, ob er über oder unter Marktwert liegt. Unbequem, aber der einzige Weg zu einer fundierten Verhandlungsposition. 𝗪𝗮𝘀 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝘁: Diskretion über Geschäftsgeheimnisse, über strategische Themen, über interne Abläufe. Das alles bleibt selbstverständlich. Es geht nur um die Information „Was verdiene ich".