Post by Süddeutsche Zeitung

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„Eine reine Jubelfeier wäre für mich unerträglich!“ Mit unter anderen diesen Worten hat die Urenkelin Richard Wagners und amtierende Festspielleiterin in Bayreuth, Katharina Wagner, den Publizisten Michel Friedman am Donnerstag Nachmittag um Verzeihung gebeten. In einem Brief, aus dem wir mit Erlaubnis Wagners zitieren, heißt es: „Es tut mir wirklich sehr leid!“ Vorausgegangen waren verstörende Vorgänge. Zur Feier des 150. Bestehens der Festspiele hatte Katharina Wagner den jüdischen Anwalt und Publizisten eingeladen, um auf dem Grünen Hügel über Wagners Antisemitismus, die Verstrickungen seiner Nachkommen mit dem Naziregime und die mangelnde Aufarbeitung zu sprechen. Im Juni sagten die Festspiele die Veranstaltung dann wegen „Sicherheitsbedenken“ plötzlich ab – nach neuen SZ-Informationen war jedoch schon seit spätestens Mitte März intern klar, dass man das Gedenkkonzert mit der Rede Friedman nicht realisieren werde. Ein Vorverkauf wurde nie gestartet, dem städtischen Friedrichsforum, das als Veranstaltungsort vorgesehen war, wurde am 16. März in einer E-Mail mitgeteilt, dass „die Reservierung für das Gedenkkonzert aufgehoben werden könne“, wie dessen Leiter Björn Rodday der SZ auf Anfrage mitteilt. Michel Friedman reagierte verbittert auf die Absage erst drei Monate später in diesen Tagen: Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen zu streichen, das „ist in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord“, sagte er im Interview mit der SZ. „Die Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, ist durch diese Absage ad absurdum geführt.“ Am Donnerstag habe Katharina Wagner nun zum Hörer gegriffen und ihn angerufen, berichtet Michel Friedman der SZ – anders als bei der Absage der Veranstaltung, die noch Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense überbrachte. Katharina Wagner habe für die „Fehleinschätzungen“ der Festspiele und die „fatalen Nachrichten“ um Entschuldigung gebeten – sie habe Friedman nun schon am Telefon gebeten, zum ursprünglich vereinbarten Termin nach Bayreuth zu kommen und zu reden. Wagner sicherte Friedman zudem später in ihrem Brief zu, die Veranstaltung wie ursprünglich geplant abhalten zu wollen. Es sei ihr wichtig, „der schrecklichen Dinge zu gedenken, mit denen die Festspielgeschichte fatal verknüpft ist“. Mehr zu den Vorfällen lest ihr mit SZ Plus: https://lnkd.in/eKQik3sE #Bayreuth #FestspieleBayreuth #MichelFriedman

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