Post by Roland Prondzinsky, PD Dr. med. habil. Psychokardiologie mit Herz und Leidenschaft 😉
Herzinfarkte verhindern - gekränkte Seelen stärken und begleiten - st. Ärztlicher Direktor - Kardiologe/Psychokardiologe/Psychotherapeut
#Empathie und #Organisation Teil 2 https://lnkd.in/did8Ssm2 Wie schwierig die Entwicklung einer einheitlichen zielgerichteten, d.h. bei uns patientenorientierten OE ist, berichten Sie in der FAZ tgl. am Beispiel der Berliner Koalition. Da gibt es es anscheinend Ministerien, die still und effizient an den Zielen d. Koalitionsvertrages arbeiten, während andere öffentlichkeitswirksam den Widerspruch zum Partner vor dem Mikrofon suchen. Ich nehme an, dass dies in Ihrer Redaktion ähnlich plural und meinungsvielfältig stattfindet, manchmal sogar so schnell, daß Orthographie und Syntax ins Stolpern kommen. Ich habe sehr wohl verstanden, worauf Sie auf liebenswert ironische Weise aufmerksam machen möchten: Notfall, Krankheit und Ungewissheit machen Angst und führen zu Gefühlen des Ausgeliefertseins, des Kontrollverlustes - und da ist aus psychokardiologischer Sicht jedes freundliche Lächeln, gegrüßt werden, beim Namen genannt werden, ein Stück weit Angst reduzierende Geborgenheit. Glauben Sie mir, genauso wenig wie die Bundeswehr, sind Kliniken keine statischen Organisationen, sondern unterliegen ständigen inneren und äußeren Fluktuationen, so dass die Klinikumsleitungen neben ihren organisatorischen, betriebswirtschaftlichen Herausforderungen auch beständig an dem Leitbild der Patientenorientierung arbeiten. Dieser Herausforderung sind sind sich alle Kliniken bewusst, doch ist die Entwicklung und Beibehaltung einer ambitionierten Unternehmenskultur ist kein statisches Ergebnis, sondern erfordert ständig von Neuem Kraft, Zeit und Geld in diese Maßnahmen zu investieren. Dies ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft bei ihrem nächsten Aufenthalt in der Notaufnahme, oder wo auch immer in einem Klinikum, dass sie mit ihrem Namen angesprochen werden (vielleicht lassen Sie ihre Tätigkeit bei der Zeitung außen vor – ein Versuch wäre es wert) und empathische Mitarbeiter erleben. Ich kenne nicht nur die somatische Perspektive als Notarzt, der Intensivmedizin, Kardiologe, sondern auch die eines Mitgliedes der Klinikumsleitung und vor allem auch die Sicht des Psychotherapeuten. Fazit: Ihr liebenswert pointierter und überspitzter Artikel hat aus meiner Sicht viele schwierige Punkte in der Krankenhausversorgung u. Krankheitsbewältigung angesprochen, die sie aber allerdings auch in der sonstigen Welt außerhalb des Krankenhauses erleben, nur dass sich im Krankenhaus, die Ängste und Sorgen existenziell zuspitzen. Das macht die Lage so besonders. Ich bin bei Ihnen und wünsche Ihnen und allen anderen Patienten zugewandte, freundliche Mitarbeiter, egal, in welcher Klinik sie ankommen, die sie mit Namen ansprechen und in ihrer Angst, ein Stück weit auffangen. Das wäre in meinen Augen neben der handwerklichen Professionalität mit ein Auftrag von Medizin. (Lesetipp: Atul Gawande - „sterblich sein“) Nun ist leider die Zeichenzahl begrenzt!