Post by Robert Zirch
Wirtschaftsprüfer I Steuerberater I Partner / German Public Auditor I Tax Advisor I Managing Partner
Am Freitagabend um 22:00 Uhr standen wir als Familie am Start des Bavaria Königsmarschs rund um den Starnberger See. 50 Kilometer. Zu Fuß. Ohne Hilfsmittel. Je näher der Start rückte, desto öfter fragte ich mich: Warum macht man so etwas eigentlich? Nicht wegen einer Medaille. Nicht wegen einer sportlichen Leistung. Sondern vielleicht deshalb, weil wir Menschen manchmal Dinge tun sollten, die uns zunächst unmöglich erscheinen. Im Berufsleben planen wir, analysieren und versuchen Risiken zu vermeiden. Die prägenden Erfahrungen entstehen jedoch oft dort, wo man nicht genau weiß, ob man es schaffen wird. Man weiß nur, dass man losgeht. Und dann beginnt die Nacht. Mit jedem Kilometer werden die Schritte schwerer. Die Zweifel größer. Immer wieder kommt der Gedanke, aufzuhören. Den UBER zu rufen. Irgendwann denkt man nicht mehr an die verbleibenden Kilometer. Nur noch an den nächsten Schritt. Der schönste Moment kam gegen 4:30 Uhr morgens. Nach Stunden in der Dunkelheit ging die Sonne auf. Die Strecke war dieselbe. Die Schmerzen auch. Und trotzdem fühlte sich plötzlich alles leichter an. Vielleicht, weil man erkennt, dass viele Herausforderungen im Leben nicht dadurch gelöst werden, dass man stärker wird. Sondern dadurch, dass man lange genug durchhält. Am meisten berührt hat mich jedoch, dies gemeinsam mit meiner Familie zu erleben. Jeder hatte seine eigenen Tiefpunkte. Jeder kämpfte mit etwas anderem. Und doch sind wir gemeinsam weitergegangen. Und als wir die letzten Kilometer in Angriff nahmen, kam unser lieber Freund Volker Schenk mit seinem Hund Schorschi dazu und begleitete uns ein Stück des Weges. Ein kleiner Moment, der nach einer langen Nacht plötzlich sehr groß wurde. Am Ende waren die 50 Kilometer fast nebensächlich. Geblieben ist die Erkenntnis, dass vieles möglich wird, wenn man den Mut hat anzufangen, die Geduld hat weiterzugehen und die richtigen Menschen an seiner Seite weiß.