Post by Torsten Raudssus

AI & Systems — conflict.industries / Handy Intelligence

Chrome hat seit Version 147 still und heimlich ein 4 GB KI-Modell auf eurem Rechner installiert. Ohne Nachfrage. Ohne Hinweis. Die Datei heißt weights.bin und liegt irgendwo tief in eurem Chrome-Profilordner. Das ist Gemini Nano — Googles On-Device-Sprachmodell, das direkt auf eurer GPU läuft. Voraussetzung laut Google: 16 GB RAM, 22 GB freier Speicher, mehr als 4 GB VRAM. Wer das hat, bekommt das Modell automatisch — ob er will oder nicht. Das Problem: Das Modell sitzt im VRAM. Derselbe VRAM den ihr für Spiele, Videobearbeitung oder lokale KI-Tools braucht. Chrome läuft bei den meisten im Hintergrund. Das Modell läuft mit. Euer Spiel bekommt weniger GPU-Budget — nicht weil ihr was falsch gemacht habt, sondern weil Google entschieden hat, euren Rechner als Inferenz-Node zu nutzen. Abschalten geht so: — Einstellungen > System > On-Device-KI deaktivieren — Chrome neu starten — Optional: chrome://on-device-internals prüfen ob das Modell wirklich weg ist Wer die 4 GB auch von der Platte haben will: erst die Flags deaktivieren (chrome://flags → optimization-guide-on-device-model auf Disabled), dann den OptGuideOnDeviceModel-Ordner manuell löschen. Sonst lädt Chrome ihn beim nächsten Start wieder herunter. Google nennt es "Datenschutz durch lokale Verarbeitung". Stimmt technisch sogar. Aber die Entscheidung darüber hätte beim Nutzer liegen sollen — nicht bei Chrome.

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