Post by PlatinA

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Der Digitale Produktpass (DPP) entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Element der europäischen Nachhaltigkeits‑ und Industriepolitik. Mit der Ökodesign‑Verordnung (ESPR) schafft die EU einen verbindlichen Rahmen, der produktbezogene Daten über den gesamten Lebenszyklus hinweg strukturiert verfügbar machen soll. Auch wenn viele Details erst über delegierte Rechtsakte konkretisiert werden, ist bereits heute klar, dass die technische Umsetzung des DPP entscheidend dafür sein wird, ob Unternehmen regulatorische Anforderungen effizient erfüllen und gleichzeitig zukunftsfähige Datenstrukturen aufbauen können. Im Kern geht es beim Digitalen Produktpass nicht um ein einzelnes Dokument, sondern um den interoperablen Austausch strukturierter Produktdaten über Unternehmens‑ und Systemgrenzen hinweg. Damit rücken Themen wie Datenmodelle, Interoperabilität, Datensouveränität, Zugriffskonzepte und die Integration bestehender IT‑ und OT‑Landschaften in den Mittelpunkt. Besonders deutlich wird der Handlungsdruck, wenn man den aktuellen Reifegrad in der Industrie betrachtet: Laut Institut der deutschen Wirtschaft haben bislang nur rund 4 % der Unternehmen konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Digitalen Produktpasses ergriffen. Diese Lücke betrifft weniger die regulatorische Kenntnis, sondern vor allem die fehlenden technischen Grundlagen für konsistente, belastbare und systemübergreifend nutzbare Produktdaten. Die ESPR verfolgt jedoch genau dieses Ziel: Informationen von der Herstellung über Nutzung und Reparatur bis hin zu Recycling und Entsorgung verfügbar zu machen. Dafür müssen Daten aus PLM‑, ERP‑, MES‑ und Nachhaltigkeitssystemen ebenso zusammengeführt werden wie aus Lieferketten und Partnernetzwerken. Ohne standardisierte Datenmodelle und interoperable Schnittstellen ist dieser Austausch kaum skalierbar.

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