Post by Paul De Cillia
Selbstbestimmte Führung-Bewusstes Wachstum
„Es recht zu machen jedermann" Ein Teilnehmer in einem Yoga-Kurs beschwert sich über ein Bild. Jesus und Maria — diskret aufgestellt neben Blumen und einer Kerze. Ein Ausdruck von Liebe. Sonst nichts. Der Teilnehmer sagt: „Ein Buddha wäre okay. Eine indische Gottheit auch. Aber ein christliches Bild hat hier nichts verloren.“ Der Yogalehrer solle es wegnehmen. Was machst du als Führungskraft, die das mitbekommt? Der Hotelier, in dessen Haus dieser Yoga-Kurs stattfand, hat nicht gezögert. Er hat dem Teilnehmer ruhig erklärt: „Dieses Bild ist ein Ausdruck von Liebe. Es steht für nichts anderes. Und es bleibt.“ Nicht weil er unbelehrbar ist. Nicht weil ihm der Gast egal ist. Sondern weil er weiß, wer er ist. Und weil er hinter seinem Menschen steht — dem Yogalehrer, der dieses Bild aus denselben Gründen aufgestellt hat, aus denen er selbst es in seinem Haus hätte hängen lassen. Der Teilnehmer hat das Studio verlassen. Und der Hotelier hat gut geschlafen. Ich erzähle diese Geschichte nicht wegen des Bildes. Ich erzähle sie wegen dem, was sie zeigt. Führung ist nicht der Moment, in dem alles gut läuft. Führung ist der Moment, in dem jemand deine Haltung herausfordert — und du weißt, wer du bist. In der Hotellerie und Gastronomie lernen wir oft, eine Rolle zu erfüllen. Den perfekten Gastgeber. Den souveränen Direktor. Denjenigen, der es allen recht macht. Und solange nichts passiert, funktioniert die Rolle. Aber dann kommt dieser Moment. Und in diesem Moment zeigt sich der Unterschied. Zwischen dem, der eine Rolle spielt — und dem, der aus sich selbst heraus führt. Wer eine Rolle spielt, sucht nach der richtigen Antwort. Was erwartet man von mir? Wie vermeide ich Konflikte? Wie verliere ich diesen Gast nicht? Wer authentisch führt, hat diese Fragen nicht. Nicht weil er arrogant ist. Sondern weil seine Entscheidungen aus einer Wahrheit kommen, die tiefer sitzt als jede Erwartung von außen. Und wenn du für deinen Menschen eintrittst — für den Mitarbeiter, den Yogalehrer, den Koch, der sich etwas aufgebaut hat — dann ist das nicht nur Haltung. Das ist das stärkste Führungssignal, das du senden kannst. Dein Team sieht das. Und es vergisst es nicht. Es allen recht zu machen ist eine Kunst, die keiner kann. Die Stammgäste kommen wegen des Menschen. Nicht wegen desjenigen, der für nichts steht. Wie würdest du dich entschieden haben? Tag 19 von 21. Den Link zum Raum, in dem es tiefer geht, findest du im ersten Kommentar. #Authentizität #Führung #Hotellerie #Haltung #Gastlichkeit #Leadership #Kärnten #DACH #PDCCoaching #GodInYou