Post by Patrik Berlinger

Nachhaltige Entwicklung und politische Kommunikation bei Helvetas

Die für die internationale Zusammenarbeit (#IZA) verantwortlichen Bundesräte Cassis (FDP) und Parmelin (SVP) lassen sich von einem ehemaligen CEO der Helsana-Krankenversicherung und früheren Kollegen von Bundesrat Cassis beim Krankenkassenverband curafutura beraten. Ich kann mir nicht helfen, ich finde das einfallslos und problematisch. Gleichzeitig fallen mir viele wirkliche Expert:innen ein, auf die der Bundesrat tatsächlich hören sollte, z.B. martin fässler. Seine aktuelle Analyse kann ich wärmstens empfehlen: ◽ "Die Schweiz hat sich als ein kompetenter und weitum anerkannter Akteur für lokal angepasste Lösungen für Armuts- und Nachhaltigkeitsprobleme aufgebaut. Die Art und Weise, wie der Bundesrat die IZA der Schweiz fokussieren will, engt die #Handlungsfähigkeit der Schweiz drastisch ein." ◽ "Die Schweiz soll sich vornehmlich als ein Geber von kurzfristiger humanitärer Hilfe präsentieren. Aus der Gouvernanz-Forschung wissen wir indessen, dass das Zusammenspiel von Akteuren in internationalen Organisationen und Verhandlungen auch entscheidend von deren Erwartungshaltungen abhängt. Die Aussenpolitik der Schweiz kann nur erfolgreich sein, wenn sie auch in ein Netzwerk verlässlicher #Partner jenseits der OECD-Welt investiert." ◽ "2015 haben sich die UNO-Mitgliedsländer auf eine gemeinsame strategische Ausrichtung der internationalen Zusammenarbeit (#Agenda2030) geeinigt. Dieser Kompass richtet den Fokus auf die gemeinsamen und zu bewahrenden ökologischen und sozialen Lebensgrundlagen der Menschheit. Neben dem nationalen Wohlstand ist auch das globale Gemeinwohl ein Fluchtpunkt menschlicher Entwicklung. Globale und lokale nachhaltige Entwicklung sowie Stabilität sind nur dann möglich, wenn auch arme Länder in kooperative Partnerschaften eingebunden werden." ◽ "Paternalistische 'Hilfe' ist wenig zielführend. Wer Klimarisiken, Biodiversitätsverlust und Umweltveränderungen ignoriert, unterschätzt die sicherheitspolitischen Herausforderungen. Eine zukunftsorientierte IZA hilft, #Solidarität in einer Welt aufrechtzuerhalten, die zunehmend um Interessen, Risiken und strategischen Wettbewerb organisiert ist. Die Schweiz braucht alles andere als eine Vergangenheitsorientierte IZA, wie der Bundesrat vorschlägt." ◽ "IZA ist eine #Zukunftsinvestition aus wohlverstandenen wirtschafts- und sicherheitspolitischen Interessen. Sie stärkt Risikovorsorge und 'integrierte Sicherheit' und erhöht die Souveränität in einer vernetzten Welt. Gerade für ein Land wie die Schweiz ist der kooperative Umgang mit ökonomischen, politischen, sozialen, ökologischen und kulturellen Veränderungen eine Notwendigkeit, um nachhaltige Zukunft hierzulande und in Armutsregionen mitzugestalten." 👉 hier geht's zur lesenswerten Kolumne https://lnkd.in/e_uMXh3X #SDG17 Schweizerische Gesellschaft für Aussenpolitik (SGA-ASPE) Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit SECO Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung