Post by PATRICIJA GILYTE
Festland; ARTLAB; Salz und Zucker in der Kunst; NO LAND, NO EARTH, NO SOIL, NO GROUND; Arché; Solo Circuit; OSTRALE Biennial 2021; Kaunas2022; KKKC; Meno Parkas; Memorabilia
Gestern fand eine Künstler*innenführung im Rahmen der Ausstellung SUPERNATURE statt. In der Ausstellung sind drei Arbeiten aus meiner Fichten-Serie zu sehen (aus den Jahren 2017, 2019 und 2021), die sich mit Werken von Künstlerkolleg*innen Tatjana Utz, Monika Humm, Ben Goosens, Oliver Westerbarkey verschränken und dadurch eine vernetzte Einheit innerhalb des Ausstellungskonzepts bilden. Seit ungefähr 10 Jahren hole ich in zyklischen Abständen Nadelbäume (Tannen und Fichten) in die Ausstellungskontexte und zeige sie in Form von Stop-Motion-Videos oder Videoperformances bzw. skulpturalen Installationen in Verbindung mit Videoarbeiten. Daraus ist ein umfassender Zyklus entstanden, der sich weiter in thematische Werkgruppen mit speziellem Themenfokus gliedern lässt. Der Auslöser des gesamten Werkzyklus begann im Jahr 2008, mit einem sich andeutenden Gespür für die reale klimatische Veränderung, wie etwa dem satten Ockergrün im Januar. Mit dem Schwinden vom Schnee gelangten jährlich die zu entsorgenden Weihnachtsbäume auf die Grasflächen: Das Tannengrün traf aufs Ockergrün bis Grasgrün, was sich beinahe jedes Jahr wiederholte. Es war primär mein intuitives Gespür, das mich dazu bewegte, die Nadelbäume in die künstlerische Arbeiten, zunächst in temporäre Videoprojekte, einzubinden. Durch die Logistik, den Transport, kommunikative Aspekte und Reaktionen während der Organisationsprozesse, erfuhr ich immer mehr über Nadelbäume, noch mehr über die Typologien der Menschen sowie ihre gesellschaftliche Prägungen. Auch wenn die Klimaveränderung die Entstehung der Werkgruppe auslöste, waren Ausstellungsbedingungen, die Diversität der Wahrnehmung und auch der deutliche Widerstand gegen die Nadelbäume in meiner Kunst jene Kriterien, die das Fortbestehen meines Tannen-Zyklus sicherten. Die am häufigsten gestellte Frage, warum ich das mache, fand auch ich sehr interessant, und da auch meine Antworten vom geografischen Kontext abhingen, wurde mir die Globalität dieser Serie bewusst, was zu weiteren Themenschwerpunkten führte. Danke an alle interessierten Besucher*innen der gestrigen Veranstaltung, an Yvonne Leinfelder /BBK Muc und an meine Kollegin*nnen! Fotos: 1. Führung, Rauminstallation CIRCLE 2021; 2. Doppelschatten (Visitors' Shadows); 3. Fragment der Raumansicht mit der Arbeit von Oliver Westerbarkey "Ohne Grund und Boden / Feuerstelle" und meiner Blaufichte-Installation "Keeping Fingers Crossed" im Hintergrund, 2021 4. Videostill EXTENSION, Donau_Wald_Floss, 2019; 5. CRATER, Ausstellungsansicht Z COMMON GROUND, 2019 5. Extension, Gruppenperformance, Roxy, Ulm, 2014; 6 - 7. Fragment: "Wildwuchs über den Rheintal", Installation im Schloss Werdenberg, Kantonrelief St. Gallen, Schweiz; 2018, Foto: Stoph Sauter; 8. ORBIS.Clock, Videostill, 2017; 9. STILLEVEN, Raumansicht Einzelausstellung, Galerie MENO PARKAS, Kaunas, LT, 2017, Foto: Vytautas Paplauskas. #klimawandel #hintergründe #artisttalk #fichten #tannen #fichteinderkunst #naturundkunst #climatechange