Post by Pascal Schröter
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Warum haben wir eigentlich manchmal mehr Freude daran, uns selbst scheitern zu sehen, als daran, gemeinsam erfolgreich zu sein? Warum lachen wir lieber über unser eigenes Scheitern, statt uns darüber zu ärgern? Letzte Woche durfte ich die Beratung Wink GmbH auf dem Deutschen Mittelstands-Summit im Heidelberg Congress Center vertreten und stellvertretend von Christian Wulff die Auszeichnung als Top Innovator entgegennehmen. Von diesem Tag ist mir vor allem ein Gedanke aus der Laudatio von Karl-Theodor (KT) zu Guttenberg hängen geblieben. Er sprach darüber, wie selbstverständlich wir Deutschen dazu neigen, zuerst auf das zu schauen, was nicht funktioniert. Wir sind oft erstaunlich gut darin, uns selbst kleinzureden und dabei beim Smalltalk den schnellen Lacher mitzunehmen – und vergessen dabei, was in diesem Land täglich geleistet wird. In den letzten Tagen musste ich genau daran wieder denken. Nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft konnte man es überall beobachten. Kritik gehört dazu, keine Frage. Aber manchmal hat man das Gefühl, wir machen uns unser eigenes Land mit einer gewissen Freude schlechter, als es tatsächlich ist. Das Faszinierende ist: Außerhalb Deutschlands wird unser Land durchweg deutlich positiver wahrgenommen als von uns selbst. Wirtschaft, Mittelstand, Ingenieurskunst, Forschung – vieles genießt international nach wie vor ein enormes Ansehen. Natürlich läuft längst nicht alles rund. Darüber muss man sprechen. Aber zwischen berechtigter Kritik und einer völlig destruktiven Haltung, die nur noch Selbstironie und Pessimismus kennt, liegt ein großer Unterschied. Auf dem Mittelstands-Summit habe ich das Gegenteil erlebt. Dort war Aufbruch spürbar. Menschen, die Probleme sehen, aber vor allem Lösungen suchen. Die Chancen erkennen, Verantwortung übernehmen und etwas bewegen wollen. Von dieser Haltung könnten wir uns in unserem Land insgesamt wieder etwas mehr erlauben. Wer permanent nur erzählt, warum etwas nicht funktionieren kann, wird selten dafür sorgen, dass es funktioniert. Das gilt im Sport genauso wie für Unternehmen – und letztlich auch für ein ganzes Land.