Post by Ludo Vici
Filmmaker / Photographer
Unser Film BECKMANN ist nun fertig und wir starten mit den ersten Einreichungen in die Festivaltour. Der Krieg ist vorbei, doch Unteroffizier Beckmann kann nicht schlafen. Einer befiehlt, einer schießt, einer stirbt – das ist die ebenso einfache wie grausame Logik des Krieges. Austragen und erleiden müssen es jene, die sich am unteren Ende der Entscheidungskette bewaffnet gegenüberstehen. Beckmann sucht den Oberst auf, den Vorgesetzten, der ihm einst den Befehl gab, mit 20 Mann einen Wald zu erkunden und Gefangene zu machen. Elf Mann kamen nicht mehr zurück. Beckmann kommt nicht, um Anklage zu erheben, dazu fehlt ihm längst die Kraft; er kommt, um etwas zurückzugeben, das er nicht mehr tragen will, nicht mehr tragen kann: die Verantwortung für eben jene elf Männer, die er im Schnee zurücklassen musste. BECKMANN verdichtet diese Schlüsselszene aus Wolfgang Borcherts Theaterstück "Draußen vor der Tür" über einen Kriegsheimkehrer, zu einer inneren, traumartigen Befreiung – und formuliert die Frage, die jeder Krieg hinterlässt: Was ist mit der Verantwortung? Mit Fred Aaron Blake Fred Aaron Blake und Claus Zey. Kamera: Johannes Neudert. Johannes Neudert