Post by Oliver Kahn
Entrepreneur | Investor | Football Icon | Philanthropist | Former CEO
Bayern und PSG – Warum #Dominanz im Fußball kein Zufall ist Am Mittwoch trifft der FC Bayern im Rückspiel der #ChampionsLeague auf Paris Saint-Germain. Beide dominieren ihre heimischen Ligen seit Jahren – allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Der europäische Fußball versteht sich als offenes System: Aufstieg und Abstieg, freie Märkte und die Idee, dass sich Leistung durchsetzt. Diese Offenheit ist der Grund für seine globale Faszination. Sie erzeugt Intensität, Bedeutung und die Vorstellung, dass sich Kräfteverhältnisse verändern können. Genau darin liegt aber auch eine strukturelle Schwäche: Offenheit allein garantiert keinen Wettbewerb. 📈 Clubs, die einmal einen Vorsprung aufgebaut haben, können ihn nicht nur verteidigen, sondern gezielt ausbauen. Einnahmen führen zu besseren Kadern, bessere Kader zu mehr Erfolg, und Erfolg wiederum zu noch höheren Einnahmen. Mit der Zeit wird aus offenem Wettbewerb ein stabiles Muster. Die 50+1 Regel hat den Fußball für die Clubs in der Bundesliga stabil gemacht und ihre Identität geschützt. Sie sorgt dafür, dass die Vereine mitgliedergeführt bleiben und nicht vollständig von externen #Investoren kontrolliert werden. Sie verhindert extreme Auswüchse, sorgt aber nicht dafür, dass sich Kräfteverhältnisse grundlegend ändern. Wer wirtschaftlich vorne ist, hat es leichter, vorne zu bleiben. 💰 In Frankreich zeigt sich ein ähnliches Ergebnis über einen anderen Weg. PSG hat durch massiven Kapitaleinsatz seines Eigentümers, Qatar Sports Investments, eine Dominanz in der französischen Liga aufgebaut, die für andere Clubs kaum einholbar ist. Unterschiedliche Systeme führen in beiden Ligen zu einem vergleichbaren Zustand: einer hohen Konzentration von Erfolg. Das ist der entscheidende Punkt. Wettbewerb scheitert im Fußball nicht an einem bestimmten Modell, sondern daran, dass kein System ihn aktiv schützt. Deutschland zeigt, dass Dominanz auch ohne Investoren entstehen kann. Frankreich zeigt, dass sie durch Investoren nicht automatisch ausgeglichener wird. Vor diesem Hintergrund erscheint die Idee einer Super League auf den ersten Blick als logische Konsequenz: ein einheitliches System, klare Regeln, maximale Kontrolle. Doch sie würde das Problem nicht lösen, sondern verlagern. Der Wettbewerb würde sich auf eine kleine Gruppe von Top-Clubs konzentrieren, während die Offenheit verloren geht, die den Fußball ausmacht. Die eigentliche Herausforderung liegt daher nicht im Bruch, sondern in der Weiterentwicklung. Ein System, das die Offenheit bewahrt und gleichzeitig wirtschaftliche Balance schafft. Mehr Ausgleich bei den Einnahmen, mehr Disziplin bei den Ausgaben und ein gemeinsamer europäischer Rahmen für die entscheidenden wirtschaftlichen Fragen. Es geht nicht darum, Dominanz zu bestrafen. Es geht darum, ihre Unvermeidbarkeit zu verhindern. Denn am Ende lebt Fußball nicht davon, dass die Besten gewinnen. Er lebt davon, dass es möglich ist, sie zu schlagen. Genießen wir das Spiel am Mittwoch.