Post by Dr. Oliver Becker
Vice President bei Arvato Systems | Stellen Sie mit uns die richtigen Weichen für Ihr Unternehmen auf dem Weg zur Industrie 4.0
Wenn „Reisekomfort“ zur Belastungsprobe wird – ein persönlicher Moment mit der Deutschen Bahn AG! Es sind diese kleinen Momente, die viel über ein System aussagen. Heute war wieder so einer. Ein Zug der Deutschen Bahn. Sommer. Über 30 Grad. Voll besetzt – wie so oft. Und dann die Durchsage: „Der hintere Zugteil muss geräumt werden – Probleme mit der Klimaanlage.“ Was folgt, ist sinnbildlich für den Umgang mit Herausforderungen bei der DB. Meine Wagen 33 im hintere Zugteil hatte angenehme 23–24 Grad trotzdem musste der hintere Zugteil komplett geräumt werden um dann leer weiterzufahren. Und plötzlich stand ich mit dutzende Menschen auf dem Bahnsteig. Bei brütender Hitze. Mit Gepäck. Mit Kindern. Besonders im Gedächtnis bleibt mir eine Familie mit Baby – sichtbar erschöpft, überfordert, einfach stehen gelassen in einer Situation, die vermeidbar gewesen wäre. Und genau hier stellt sich die Frage: Wie kann es im Jahr 2026 sein, dass solche Entscheidungen getroffen werden? Warum wird ein einigermaßen funktionierender Zugteil geräumt, obwohl das Problem offensichtlich isoliert werden könnte? Warum fährt ein leerer Wagen weiter, während Menschen bei über 30 Grad zurückbleiben? Und warum fehlt in solchen Situationen sichtbar ein Plan B – oder schlicht Empathie? Ich möchte an dieser Stelle bewusst Danke sagen – an den gesamten Vorstand der Deutschen Bahn: Evelyn Palla (Vorstandsvorsitzende) Karin Dohm (Finanzen) Harmen van Zijderveld (Regionalverkehr) Bernhard Osburg (Güterverkehr) Michael Peterson (Personenfernverkehr) Martin Seiler (Personal & Recht) Nicht aus Höflichkeit, sondern aus Frust. Danke dafür, dass solche Situationen mittlerweile fast zur Normalität geworden sind. Danke dafür, dass man als Kunde immer wieder daran erinnert wird, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Realität ist. Und danke dafür, dass genau solche Erlebnisse das Vertrauen nachhaltig prägen – leider im negativen Sinne. Dabei geht es nicht um Einzelfälle. Es geht um das Gefühl, dass der Kunde in kritischen Momenten nicht im Mittelpunkt steht. Und das sollte uns allen zu denken geben. Gerade in Zeiten, in denen nachhaltige Mobilität wichtiger denn je ist, braucht es Verlässlichkeit, Transparenz und vor allem: konsequentes Handeln im Sinne der Reisenden. Mein Wunsch: Weniger Ausreden. Mehr Verantwortung. Mehr Fokus auf die Menschen im System.