Post by Nils Seebach
Entrepreneur, Supervisory Board Member and #DigitalAtHeart
Das Geschacher um Galeria geht in die nächste Runde. Aber wofür um Himmels Willen soll Galeria im #Handel der Zukunft stehen?! Weitere 160 Millionen Euro werden ins Fass ohne Boden gegossen. Der neue Kredit verschafft dem Unternehmen allerdings nur kurzfristig Luft: Wenn damit erst bestehende Finanzierungen abgelöst, Mietthemen befriedet, Schließungen vorbereitet und laufende Kosten gedeckt werden müssen, bleibt für echte Investitionen gar nichts übrig. Geld ist aber eh gar nicht das Hauptproblem. Galeria fehlt die Relevanz. Kundinnen und Kunden kommen nicht mehr zurück, egal wer in dem Handelskonzern grad eine Neuausrichtung proklamiert. Wobei „Neuausrichtung“ immer nur „Rabattschlacht“ heißt: „So hatte der Händler zuletzt 25 Prozent Nachlass auf das gesamte Sortiment gewährt. Auch aktuell gibt es bis zu 50 Prozent Rabatt auf ausgewählte Produkte“, schreiben Anja Müller und Florian Kolf im Handelsblatt. Bisher ist schwer zu erkennen, wo da ein neuer Kundennutzen entstehen sollte… Wer #Galeria ernsthaft retten will, muss sich von der Idee verabschieden, dass die alte Warenhauslogik mit etwas weniger Fläche, etwas besseren Mieten und etwas mehr Zeit wieder funktioniert. Der Handel ist dafür zu weit. Die Kunden sind dafür zu anspruchsvoll. Und der Wettbewerb ist dafür zu gut. Geld, so viel es auch sein möge, rettet das Modell niemals. Es ist, wie Gerrit Heinemann sagt: „Das Geschäftsmodell ist am Ende, daher wird das Siechtum nur verlängert.“