Post by Nils Pötting

Co-Founder Poets Place | Architect & Real Estate Developer

Vielleicht fehlt uns nicht nur Wohnraum. Vielleicht fehlt uns manchmal der Mut, Räume anders zu denken. Nach vielen Jahren in der Bau- und Immobilienbranchen habe ich vor zwei Jahren meinen Bürojob gekündigt. Ich spürte zunehmend eine Leere zwischen meinen eigenen Überzeugungen und dem, was die Branche als große Innovation feierte. Vermarktet als noch innovativer, noch grüner und noch effizienter, fehlen den Neubauten doch allzu oft Charakter, Identität und Aufenthaltsqualität. Der reine Fokus auf Kennzahlen ließ die Frage, wie sich Räume eigentlich anfühlen, in den Hintergrund rücken. Die Entwicklung vieler Neubauprojekte sehe ich kritisch. Möblierte Mikroapartments, Wohnen auf Zeit oder anonyme Ferienwohnungen, die sich von ihrer Umgebung abschotten, statt Teil des städtischen Lebens zu sein. Mit Poets Place möchten wir einen anderen Weg gehen und das nutzen, was bereits im Bestand da ist. Wir zeigen, dass leerstehende Gewerbeflächen in Orte mit Seele umgewandelt werden können. In Orte für Gemeinschaft, statt Isolation. In Orte, die sich der Stadt zuwenden, statt sich von ihr abzuwenden. Unsere Ferienwohnungen funktionieren als Treffpunkt, Galerie oder Veranstaltungsraum. Wir glauben an das Potenzial des Erdgeschosses. An Räume mit Blickbeziehungen zwischen innen und außen. An Wohnen, das wieder sichtbar wird und eine Antwort auf barrierefreies und altersgerechtes Wohnen sein kann. Vielleicht müssen wir unsere Städte nicht immer neu bauen. Vielleicht müssen wir lernen, das Vorhandene besser zu nutzen. Aber bitte mit Charakter und Seele. #Bauenimbestand #Stadtentwicklung #Umnutzung #Erdgeschoss #Gemeinschaft #Hospitality #Design

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