Post by Nick Weber
EU GPSR Compliance · KEEPING YOU SAFE
63 Händler eines DACH-Beleuchtungsherstellers durchgescannt. Bei 41 fehlt die EU-verantwortliche Person im Listing. Das ist kein Einzelfall. Das ist der Normalzustand. Was wir konkret gesehen haben: Die Produktdaten liegen beim Hersteller in einem freigegebenen SharePoint-Ordner. Darin stecken PDFs, teilweise aus 2022. Kein strukturiertes Datenformat, keine Versionierung. Die Händler ziehen sich die Informationen einmalig beim Onboarding raus und tippen sie manuell in ihr Shop-Backend. Danach passiert: nichts. Die EU-verantwortliche Person steht korrekt auf der Verpackung. Im Onlinelisting taucht sie bei 41 von 63 Händlern gar nicht auf. Warnhinweise zur Schutzklasse und zur Installationspflicht durch Fachpersonal: in 34 Fällen komplett absent. Nicht falsch formatiert, nicht veraltet. Schlicht nicht vorhanden. Was das praktisch bedeutet: Der Marktplatz-Algorithmus prüft diese Felder automatisiert. Sobald die Marktüberwachungsbehörde einen Sweep anstößt oder eine Wettbewerber-Abmahnung reinkommt, fliegen die betroffenen Listings ohne Vorwarnung raus. URL-Sperre, Verkaufsstopp, und der Hersteller erfährt davon frühestens, wenn der Händler sich beschwert. Das kann mitten im laufenden Quartal passieren, mitten in der Herbst-Saison für Wohnbeleuchtung. Das ist kein Problem der Händler. Die haben zum Zeitpunkt des Onboardings das eingetragen, was sie hatten. Das ist ein Distributions-Infrastruktur-Problem. Wenn ein Hersteller GPSR-konforme Pflichtangaben über PDF-Anhänge und manuelle E-Mails verteilt, hat er keine Möglichkeit sicherzustellen, dass die Daten bei 63 Vertriebspartnern aktuell, vollständig und korrekt im Listing landen. Das ist strukturell unmöglich. Bei einem einzigen fehlerhaften Pflichtfeld entstehen 63 Haftungsstellen gleichzeitig. Die Organhaftung trifft nicht den Händler. #KeepingYouSafe #ListingShield