Post by Michael Buettler
Senior Director ICT Business & Products
Europa ordnet sein gesamtes Telekom-Recht neu. Die Schweiz sitzt nicht am Tisch, und gerade deshalb betrifft es Schweizer Unternehmen. Am 21. Januar 2026 hat die EU-Kommission den Digital Networks Act (DNA) vorgelegt. Er bündelt vier Regelwerke in einer direkt anwendbaren Verordnung und löst den bisherigen EU-Kommunikationskodex ab. Aktuell ringen Parlament und Rat um ihre Positionen; ein Ratspapier vom 23. Juni betrifft die Glasfaser-Finanzierung. Zwei Punkte sind strategisch: Erstens der Binnenmarkt. Ein einziger Single Passport soll genügen, um EU-weit tätig zu sein, statt sich durch 27 nationale Regime zu arbeiten. Das senkt Eintrittshürden für europäische Betreiber, nicht automatisch für Schweizer. Zweitens der Kupfer-Ausstieg. Der DNA verlangt nationale Umstiegspläne und einen Fahrplan bis Ende 2035, aber erst, wenn mindestens 95 Prozent der Adressen eines Gebiets mit Glasfaser erschlossen sind. Und die Schweiz? An den DNA nicht gebunden, geht sie denselben Weg von Kupfer zu Glasfaser, aber ohne diese harmonisierten Schutzregeln. Konkret heisst das: Prüfen Sie, welche Standorte noch an Kupfer hängen, etwa Alarmanlagen, Aufzüge oder Zahlterminals. Planen Sie die Migration aktiv und sichern Sie Fristen vertraglich, statt auf einen regulatorischen Mindeststandard zu vertrauen. Wissen Sie, wie viele Ihrer Anschlüsse 2035 noch auf Kupfer laufen? Gerne tausche ich mich dazu aus. #Telekommunikation #DigitalNetworksAct #Glasfaser #DigitalSwitzerland #Regulierung