Post by Michelle Büttner
Medical Educator bei Abbott | Stakeholder Management & Scientific Communication | Sustainability Management für KMU | Speakerin für digitale Zivilcourage & demokratische Diskurse | Vorstandsmitglied ichbinhier e.V.
Gestern Abend standen wir im Talkessel von Ehrwald und haben zugesehen, wie die Berge zu leuchten begannen. Erst ein einzelner Lichtpunkt in der Dunkelheit, Sekunden später der nächste – am Ende rund 10.000 Feuer, die Herzen, Kreuze und ganze Bilder über die Hänge zeichnen. So überwältigend und berührend zugleich und ich bin sehr dankbar für diese Stunden. Was mich am meisten beeindruckt hat, ist nicht das Spektakel selbst, sondern was dahintersteckt: Über 300 Ehrenamtliche planen monatelang, schleppen die Brennstoffe auf 2.000 Meter, sichern jedes Motiv im steilen Gelände. Diese Bergfeuer (seit 2010 immaterielles UNESCO-Kulturerbe) funktionieren nur, weil Leadership hier nicht „Bühne” heißt, sondern: koordinieren, befähigen – und bewusst loslassen. Die Älteren ziehen sich Schritt für Schritt zurück und übergeben Verantwortung an die Jungen. Genau das ist für mich auch eine Nachhaltigkeitsbotschaft. Gebrannt wird mit Sägemehl und Rapsöl, getragen von der Region und die Tradition versteht sich selbst als Zeichen gegen die Zerstörung der Alpen. Etwas über Generationen weiterzureichen, ohne es zu kommerzialisieren – das ist im Kern nachhaltig. Vielleicht liegt darin die eigentliche Lektion: Nachhaltigkeit braucht Führung, die nicht festhält, sondern weitergibt. Wie sorgen sie in ihren Projekten dafür, dass Wissen nicht bei Einzelnen bleibt, sondern weiterlebt? #Nachhaltigkeit #Leadership #Ehrenamt #Kulturerbe #Tirol #Klimaschutz