Post by Max-Raphael Feibel
Gründer & Geschäftsführer bei Partner & Söhne | Digital Healthcare Marketing Spezialist | Exam. Pflegekraft mit 10y Klinikerfahrung | Google Premium Partner 2026
Nirgendwo vergeht die Zeit so langsam wie im Wartezimmer. Der perfekte Moment im Praxismarketing. Eine Liebeserklärung. Die Patient:innen sitzen da und warten. Sekunden, Minuten, Viertelstunden. Manche daddeln auf ihrem Smartphone herum, andere trauen sich die abgegriffenen Ausgaben aus dem Lesezirkel durchzublättern und in meisten Fällen starrt von der Wand ein Bildschirm mit kleinem roten Standby-Licht wie ein mahnendes schwarzes Loch auf die Wartezimmer-Gäste. Jederzeit bereit, sie in den Sog zu ziehen. Und dennoch ungenutzt. Ertappt? Über keine Platzierung wird so wenig nachgedacht wie über den Bildschirm im Wartezimmer. Dabei ist es einer der wenigen Touchpoints mit garantierter Aufmerksamkeit. Niemand wischt weiter. Niemand schließt den Tab. Und wir kennen den Effekt aus der Bahn, wenn der Sitznachbar seinen Laptop rausholt. Wo ein Bildschirm ist, wird hingeschaut. Ob bewusst oder unbewusst, wir neigen einfach dazu. Eine Gelegenheit, die nur zu oft verschenkt wird. Die Patient Journey endet nicht mit der Terminbuchung. Der erste Kontakt findet zwar online statt, doch im Wartezimmer kann eingelöst werden, was die Website versprochen hat. Oder eben nicht. Wer online Kompetenz und Nähe aufbaut und dann im Wartezimmer die Patient:innen sich selbst überlässt, bricht mit der eigenen Erzählung. Sinnvoll genutzt, kann die Präsentation über den Wartezimmer-TV Informationslücken schließen, das Team vorstellen, Abläufe erklären oder Unsicherheiten vor einer Behandlung reduzieren. Das stärkt das Vertrauen noch vor dem Gespräch und entlastet das Praxisteam. Ich bin Fan. Wie nutzt ihr den Bildschirm in euren Räumen? Schwarzes Loch oder strategisch platzierter Berührungspunkt?