Post by Matze Hielscher

Mit Vergnügen

Vor einigen Jahren ist Dietrich Grönemeyer zehn Meter in einen spanischen Canyon gestürzt. 24 Stunden lag er da, bis er gerettet wurde. Seitdem, sagt er, hat er keine Angst mehr vor dem Tod. Mediziner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer ist bei mir im Hotel eingecheckt. Er ist 73 und steckt voller Pläne, mit denen er gerne noch ein paar Berufe nebenher durchleben würde. Wir sprechen über seinen Vater, der ihn geschlagen hat und mit dem er sich am Ende ausgesprochen hat. Über seinen Bruder Willi, der mit 44 an Krebs gestorben ist. Über vier Menschen in seiner Familie, die demenzkrank waren, und was Dietrich aus dieser Nähe gelernt hat, vor allem dieses: nicht korrigieren, mitspielen. Wir reden auch über die „German Angst", die es in Studien tatsächlich gibt, und darüber, warum Dietrich glaubt, dass wir uns gerade in eine „demenzielle Gesellschaft" hineinbewegen. Über Medizin als Kulturgut, über das Zuhören als Heilmittel. Und über die Liebe, die er nicht für esoterisch hält, sondern für das beste Mittel, mental und emotional gesund zu bleiben. Was mir hängen geblieben ist: wie ansteckend Dietrichs Lebensfreude ist. Kurz vor unserem Gespräch hat er eine Wolke in Herzform am Himmel fotografiert und seiner Frau geschickt. Diesen Blick auf die Welt nehme ich gerne mit. Die Folge erscheint morgen um 18 Uhr – überall, wo es Podcasts gibt. ✌🏻

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