Post by Mathias Müller

Stadtpräsident Lichtensteig

Wie plant man ein Generationenprojekt, das nicht bei jedem Einzelprojekt wieder von vorne beginnt? Die Stadt Lichtensteig verfügt über eine räumliche Vision und Strategie 2050. Ein zentraler Entwicklungsraum ist die Loretostrasse mit den angrenzenden Liegenschaften und Arealen. Es handelt sich um 1,2 Kilometer Länge. Die Herausforderung: Viele Eigentümerschaften, unterschiedliche Entwicklungszeitpunkte, öffentliche und private Interessen, Verkehr, Wohnqualität, Freiraum, Investitionen und politische Diskussionen müssen über Jahrzehnte zusammengeführt werden. Für die Strasse liegt bereits ein Betriebs- und Gestaltungskonzept vor. Dieses sieht unter anderem eine stärkere Ausrichtung auf Wohn- und Aufenthaltsqualität vor. Dieses wird von einzelnen Exponenten kritisiert, insbesondere wegen der vorgesehenen Redimensionierung des Strassenraums und Verlangsamung der Geschwindigkeit. Wir möchten deshalb nicht einfach das nächste Einzelprojekt beurteilen oder einen klassischen Masterplan erstellen lassen. Wir suchen bewusst nach wirklich innovativen Ansätzen. Nach einem Prozess, der neue Standards setzt, über mehrere Legislaturen hinweg funktioniert und zu einem weiteren Lichtensteiger Pionierprojekt werden kann. Uns interessiert deshalb eine grundsätzlichere Frage: Wie könnte ein langfristig tragfähiger Transformationsprozess aussehen, der – die Eigentümerschaften dauerhaft einbindet, – Einzelentwicklungen zu einem Ganzen verbindet, – mit politischen Konflikten konstruktiv umgeht, – öffentliche und private Investitionen auslöst, – Finanzierung, Trägerschaft und Betrieb mitdenkt, – und über Jahrzehnte anpassungs- und lernfähig bleibt? – ein nachhaltiges Pionierprojekt wird, das ökonomisch, ökologisch und sozial funktioniert? Wäre dafür ein Wettbewerb um die beste Prozessarchitektur sinnvoll? Ein Dialogverfahren? Ein Reallabor? Eine Entwicklungsorganisation mit eigenem Fonds? Oder braucht es eine ganz andere Form? Gibt es Drittmittel zur Mitfinanzierung? Ich suche bewusst nach mutigen Ideen, ungewöhnlichen Modellen und Referenzprojekten im In- und Ausland. Welche Fachpersonen, Büros, Hochschulen oder Projekte sollten wir unbedingt kennen? Und wer hätte Interesse, mit uns ein echtes Pionierprojekt der kooperativen Stadtentwicklung zu entwickeln? Danke fürs Mitdenken. Es sind ja alle in den Sommerferien. Also genügend zum Nachdenken 🙂

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