Post by Martin Krallmann
Senior Manager Onshore Wind Technology & Operations at NeXtWind
"Wer auf Windkraft setzt, braucht einen langen Atem." So lautet die Überschrift des lesenswerten Artikels in der SZ über Windenergieplanungen in Süddeutschland. 191 genehmigte Windenergieanlagen in Bayern. 1 Projekt mit EEG-Zuschlag. Aus langer Branchenerfahrung lässt sich klar sagen: Solche Zahlen sind längst kein Einzelfall mehr, sondern Ausdruck eines systematischen Musters. Was nach außen oft wie ein Genehmigungsproblem wirkt, ist in Wirklichkeit ein strukturelles Missverhältnis: Projekte werden entwickelt, Flächen gesichert, Verfahren durchlaufen – und scheitern am Ende nicht an Akzeptanz oder Planung, sondern an der Logik des Marktdesigns. Das EEG-Ausschreibungssystem bevorzugt Standorte mit maximalem Ertrag. Das ist aus Systemsicht nachvollziehbar – aber für einen ausgewogenen Ausbau zunehmend problematisch. Denn in der Praxis bedeutet das: Der Süden investiert – und verliert regelmäßig im Wettbewerb. Was dabei zu kurz kommt, ist die Systemrealität: Netze, Lastzentren, Versorgungssicherheit. Ein Windpark in Süddeutschland ist nicht einfach „weniger effizient“. Er erfüllt eine andere Funktion im Gesamtsystem. Die Diskrepanz zwischen genehmigten Projekten und realisiertem Ausbau zeigt: Wir haben kein Erkenntnisproblem. Wir haben ein Umsetzungsproblem. Und das liegt nicht an einzelnen Verfahren – sondern im Design der Anreize selbst. #Energiewende #Windenergie #ErneuerbareEnergien #EnergyPolicy #Infrastruktur #Marktdesign #EEG #Deutschland #Nachhaltigkeit #EnergyTransition