Post by Markus Harmann
Redakteur • Hörfunkautor • Journalist
44 Mal „fuck“, 255 Mal „goddam“. Na, um welchen Roman geht es? Genau: um den „Fänger im Roggen“ von 𝗝.𝗗. 𝗦𝗮𝗹𝗶𝗻𝗴𝗲𝗿. Heute vor 75 Jahren erscheint das Buch und verkauft sich 65 Millionen Mal. Gerade weil Amerika damals so prüde ist, kommt dieser Roman wie eine Befreiung daher. 👉 Für den WDR haben Joachim Heinz und ich recherchiert, wie er entstanden ist. Das Ergebnis läuft heute in der wunderbaren Reihe 𝗭𝗲𝗶𝘁𝘇𝗲𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻. 👉 Was ich vorher nicht wusste: Salinger schrieb den Roman im Zweiten Weltkrieg – direkt an der Front. Oder, wie uns sein Biograf Kenneth Slawenski sagt: „Er schrieb, wann immer er ein freies Schützenloch fand.“ Der „Fänger“ hätte ohne diese Erfahrungen wohl nie seine Tiefe bekommen. Salinger erlebte den D-Day, schwere Kämpfe und die Befreiung eines KZ. Später sagte er: „Ein ganzes Leben lang reicht nicht aus, um den Geruch von verbranntem Fleisch aus der Nase zu kriegen.“ 🙏 Danke an Julia Schöning, die unsere Geschichte erzählt, an Redakteur Matti Hesse, der sie möglich gemacht, und Professor Alfred Hornung, der sie eingeordnet hat.