Post by Maria Laura Salerno
Partner to HR & Global Mobility | Enabling Long-Term Relocation Success in Germany | Founder of River Relocations
Ist das wirklich ein Thema internationaler Fachkräfte? Oder sprechen wir eigentlich über gute Führung und veränderte Arbeitswelten im Allgemeinen? Eine Frage, die mich nach der Praxiswerkstatt „Internationale Fachkräfte erfolgreich gewinnen und binden“ der IHK Düsseldorf am 16. Juni weiterhin beschäftigt. In den vergangenen Monaten habe ich verstärkt die Rückmeldung erhalten, dass sich Mitarbeitende hier vor Ort vernachlässigt fühlen, wenn internationale Fachkräfte Unterstützung erhalten, etwa bei der Wohnungssuche. Und ich kann das irgendwo auch nachvollziehen. Gleichzeitig finde ich Einordnung wichtig. Wenn ich mich in meinem Unternehmen wertgeschätzt fühle und gute Führung erlebe, dann habe ich nicht automatisch das Gefühl, benachteiligt zu sein, wenn jemand für Dinge Unterstützung bekommt, die ich im Zweifel selbst bewältigen kann. Wer neu nach Deutschland kommt, hat nun einmal andere Herausforderungen und eine andere Ausgangsposition. Etwa eine neue Sprache oder Kultur und oft genug einen Wohnungsmarkt, der inzwischen selbst für Menschen, die hier leben, schwer zugänglich geworden ist. Was mich dabei beschäftigt: Ist das wirklich ein Thema internationaler Fachkräfte? Oder sprechen wir eigentlich über gute Führung und veränderte Arbeitswelten? Veränderungen finden statt. Sie sind meiner Meinung nach unaufhaltsam. Heute wird im Bereich Global Mobility längst nicht mehr so gearbeitet wie vor 20 Jahren, als ich meine Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen begonnen habe. Und diese Veränderungsprozesse betreffen nicht nur internationale Fachkräfte. Das gute alte Change Management betrifft Alter, Geschlecht, Generationen, Arbeitsweisen und Erwartungen. Uns alle. Gleichzeitig muss man Menschen dort abholen, wo sie stehen und ebenso müssen wir Entwicklungen einordnen, uns bewusst machen. Und noch eine zweite Frage wabert in mir... Sie brennt fast schon ein wenig: Können wir es uns eigentlich leisten, noch so selektiv zu sein? Ich meine nicht, dass wir keine Ansprüche haben sollten. Aber die öffentliche Diskussion konzentriert sich sehr auf das Thema Asyl, wenn es um Migration geht. Dem gegenüber steht ein erheblicher Fachkräftemangel. Und manchmal scheint mir, als würde überhört werden, dass wir internationale Arbeitskräfte brauchen, um allein unseren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Standard zu erhalten. Heißt das, dass wir nicht auch in anderen Bereichen unser Potenzial ausschöpfen sollten? Natürlich nicht. Dazu gehört für mich ebenso, Müttern einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen oder die Boomer-Generation nicht abrupt in den Ruhestand zu verabschieden. Vielleicht fehlt uns manchmal schlicht die Einordnung. Vielen Dank an Theresa P. Suzanne Awada Mario Nikolay IHK-Forum Düsseldorf für die Möglichkeit zum offenen Austausch zu diesem Thema. #Fachkräfte #Arbeitswelt #GlobalMobility #ChangeManagement #Führung #Integration #Fachkräfteeinwanderung