Post by Lisa-Marie Krell
V I D E O J O U R N A L I S A @ProSiebenSAT.1 :newstime | Tagesaktuelle Nachrichten und preisgekrönte Reportagen | 8 Jahre Erfahrung in führenden Redaktionen | Starkes Storytelling für TV und Online
Wie fühlt es sich an, von 80.000 Menschen ausgepfiffen zu werden? Nicht im Netz, sondern im echten Leben. Davon hat gestern der ehemalige FIFA-Schiedsrichter #DenizAytekin erzählt. 2011 wurde er zum unbeliebtesten Schiedsrichter der Bundesliga gewählt. „In jungen Jahren habe ich Härte mit Stärke verwechselt“, sagt er heute über diese Zeit. Acht Jahre später erhielt er zum ersten Mal die Auszeichnung als Deutschlands bester Schiedsrichter. Was ist passiert? Über die Jahre habe er gelernt, mit den Emotionen auf dem Platz und seiner eigenen Unsicherheit umzugehen. Seine wichtigste Erkenntnis für das Leben abseits des Spielfelds: „Aufhören zu jammern und ins Handeln kommen.“ Eine Haltung, die gestern Abend viele Menschen teilten. Gemeinsam mit meinem Mann war ich zu Gast beim #ConstructiveWorldAward, einem Preis für konstruktiven Journalismus, für den ich selbst bereits zweimal nominiert war. Im Mittelpunkt stehen Geschichten, die nicht nur Probleme beschreiben, sondern Lösungen sichtbar machen. Besonders beeindruckt hat mich das Konzept der #Schwammstadt. Statt Regenwasser in die Kanalisation abzuleiten, wird Wasser wie ein Schwamm aufgenommen und für trockene Phasen gespeichert. In Kopenhagen wurden dafür 9.000 Quadratmeter Asphalt entfernt, 600 Bäume gepflanzt und neue Wasserflächen geschaffen. Inspiriert vom chinesischen Landschaftsarchitekten Kongjian Yu wird Regen dort nicht als Problem gesehen, sondern als Teil der Stadt. Warum mich diese Recherche von Gustav Hofer besonders berührt? Weil ich als Reporterin im Ahrtal nach der tödlichen Jahrhundertflut selbst erlebt habe, welche dramatischen Folgen Extremwetter haben kann. Ich habe die Zerstörung und das Leid gesehen. Aber auch Menschen begleitet, die alles dafür tun, ihre Region wieder aufzubauen. Wir können Städte klimaresilienter bauen. Und wir können anders über Herausforderungen sprechen. „Wir wollen Menschen nicht mit Angst anstecken, sondern mit Ideen. Und diesen Raum herzustellen ist unsere Aufgabe als Journalisten“, sagte gestern FOCUS online Chefredakteur Florian Festl In einer Zeit voller Krisen, Kriege und Konflikte war dieser Abend für mich eine Erinnerung daran, was guter Journalismus leisten kann: Nicht nur zu zeigen, was schiefläuft, sondern auch sichtbar machen, was funktioniert. Es ist vielleicht wie auf dem Fußballplatz. Die Emotionen werden immer hochkochen. Die entscheidende Frage ist, wie wir trotzdem einen klaren Kopf bewahren und den Blick auf Lösungen richten. Danke an BurdaForward, Dr. Lydia Rullkötter, Daniel Steil für dieses besondere Event und den Raum für Konstruktiven Journalismus.