Post by Lars Willi
Managing Director | Sustainable Water Treatment & UV-C Systems | Municipal & Industrial Infrastructure | Scaling Reliable Water Solutions
Wassermangel? Ja – aber anders als viele denken. In den letzten Wochen haben verschiedene Wasserversorger in der Ostschweiz ihre Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. Die Ursache dafür ist die anhaltende Trockenheit. Viele Quellen liefern derzeit nur noch einen Bruchteil ihrer normalen Schüttung – teilweise weniger als 10 % der üblichen Fördermenge. Gleichzeitig wird das Grundwasser nur noch unzureichend neu gebildet, weil länger anhaltende Niederschläge ausbleiben. Kurze Gewitter oder lokale Starkregen reichen dafür meist nicht aus. Ja, wir haben aktuell ein Wasserproblem. Allerdings nicht, weil der Schweiz das Wasser grundsätzlich ausgeht. Mit Grundwasserfassungen, Seen wie dem Bodensee und regionalen Verbundnetzen stehen weiterhin grosse Wasserreserven zur Verfügung. Dieses Wasser muss jedoch zunehmend über zentrale Pumpwerke gefördert und teilweise über weite Strecken transportiert werden. Dadurch entsteht eine doppelte Belastung: 💧 Die natürlichen Wasserreserven, insbesondere Quellfassungen und lokal auch das Grundwasser, gehen zurück. ⚙️ Gleichzeitig müssen Pumpwerke und Transportleitungen deutlich mehr leisten, um die Versorgung sicherzustellen. Gerade an heissen Sommertagen steigt der Verbrauch zusätzlich deutlich an. Ein paar Zahlen zeigen die Dimensionen: 💧 Durchschnittlicher Trinkwasserverbrauch pro Person in der Schweiz: 140–160 Liter pro Tag 👨👩👧👦 5-köpfige Familie: rund 700–800 Liter pro Tag 🌱 Ein Rasensprenger: 800–1’000 Liter pro Stunde Ein Rasensprenger verbraucht in nur einer Stunde ungefähr so viel hochwertiges Trinkwasser wie eine fünfköpfige Familie an einem ganzen Tag. Genau deshalb bitten viele Wasserversorger derzeit darum, auf Gartenbewässerungen, Poolbefüllungen oder das Reinigen von Vorplätzen mit Trinkwasser möglichst zu verzichten. Es geht dabei nicht darum, Panik zu verbreiten. Es geht darum, die vorhandenen Wasserreserven zu schonen und gleichzeitig die Trinkwasserinfrastruktur in einer aussergewöhnlichen Situation zu entlasten. Die langfristige Lösung heisst nicht nur “Wasser sparen”. Sie heisst vor allem Wasser intelligenter nutzen. Überall dort, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist, können Regenwasser, aufbereitetes Brauchwasser oder geschlossene Wasserkreisläufe einen wichtigen Beitrag leisten. Gerade in Industrie, Gewerbe und Kommunen steckt hier noch grosses Potenzial. Wasser bleibt auch in Zukunft eine unserer wertvollsten Ressourcen. Nicht weil es in der Schweiz grundsätzlich fehlt, sondern weil wir lernen müssen, verantwortungsvoll mit ihm umzugehen. #Trinkwasser #Wasserversorgung #Wasser #Grundwasser #Trockenheit #Kreislaufwirtschaft #Nachhaltigkeit Aqua Innovation
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