Post by Laborjournal

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100 Jahre nach Spemann & Mangold – dasselbe Experiment, 600 Millionen Jahre weiter zurück — 1924 verpflanzten Hans Spemann und Hilde Mangold ein winziges Gewebestück aus dem Blastoporus eines Lurch-Embryos auf einen anderen – und beobachteten, dass das Tier eine zweite vollständige Körperachse ausbildete. Das Ergebnis war so spektakulär, dass Spemann 1935 den Nobelpreis erhielt. Mangold kam tragischerweise noch im Jahr des Experiments ums Leben. Jetzt hat ein Team um Andreas Hejnol vom Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Universität Jena dieses Experiment in einer neuen Dimension wiederholt – an der Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi), einer Rippenqualle, die am ältesten Ast des Tierreichs sitzt. Das Ergebnis: Der gleiche Mechanismus funktioniert. Und nicht nur das. Postdoc Stanislav Kremnyov, der Gewebestücke von weniger als 20 µm präparierte, transplantierte die Organisator-Zellen der Rippenqualle auch in den Embryo einer Seeanemone. Zwischen beiden Tierlinien liegen rund 600 Millionen Jahre Evolution. Trotzdem entstand auch dort eine zweite Körperachse. Was das bedeutet: Die grundlegenden Bauprinzipien dreidimensionaler Tierkörper müssen bereits am Ursprung der Vielzeller entstanden sein. Der molekulare Schalter – das Gen Brachyury, eingebettet in ein Netzwerk aus beta-Catenin und TGF-beta – ist so alt wie die Tiere selbst. Für Hejnol war das ursprünglich ein Seitenprojekt. Es wurde ein Nature-Paper. Mehr Deatils hat Petra Neis-Beeckmann: 👉 https://lnkd.in/e8xF4fxY #Entwicklungsbiologie #Evolutionsbiologie #Zoologie #Grundlagenforschung #LifeSciences

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