Post by Kelvin Burk
General Manager - Project Director at coneon | Think. Design. Build. | Workplace Projects across Germany & Western Europe | creating better places to work.
"Das Projekt geht auch günstiger." Wahrscheinlich stimmt das. Die wichtigere Frage lautet jedoch: Was leidet darunter? Das Raumklima? Die Akustik? Die Beleuchtung? Die Ergonomie? Die Flächeneffizienz? Die Zusammenarbeit zwischen Teams? Heute hatte ich dazu ein spannendes Gespräch mit Matthias Wählert. Dabei kamen wir auf einen Vergleich, der mir direkt eingeleuchtet hat: Als ehemaliger Head of Operations habe ich mehrere Lager verantwortet. Dort wurde nie ausschließlich auf die Investitionskosten geschaut. Wir haben Lean Consultants, Prozessexperten und Logistikspezialisten hinzugezogen, weil wir wussten: Die Kosten einer schlechten Lösung sind meist deutlich höher als die Einsparung bei der Investition. Bei Büroprojekten wird dieser Zusammenhang oft unterschätzt. Dabei sitzen dort die teuersten Ressourcen eines Unternehmens. Die Mitarbeitenden. Wenn sich schlechte Akustik negativ auf die Konzentration auswirkt, wenn Wege unnötig lang sind, wenn Besprechungsräume fehlen oder Teams nicht effektiv zusammenarbeiten können, entstehen Kosten. Jeden Tag. In Form von verlorener Produktivität, geringerer Zufriedenheit, mehr Reibungsverlusten und schlechterer Zusammenarbeit. Deshalb sollte die Frage nicht sein: "Wie günstig können wir das Büro bauen?" Sondern: "Welche Arbeitsumgebung ermöglicht es unseren Mitarbeitenden, bestmöglich zu arbeiten?" Denn eine Einsparung beim Projektbudget kann schnell zu einer deutlich höheren Rechnung führen. Jahr für Jahr. Die teuersten Fehler bei Büroprojekten stehen oft nicht in der Baukostenabrechnung. Sie erscheinen später in der Gewinn- und Verlustrechnung. Wie seht ihr das: Wird bei Büroprojekten noch zu häufig auf Investitionskosten statt auf die langfristigen Auswirkungen auf Produktivität und Unternehmenserfolg geschaut?