Post by Katrin Campanini
Co-Projektleitung “Digitale Transformation Gerichte”, Applikations-und Servicemanagerin
"Nimm dir doch mal ein Beispiel an der Katrin. Die hätte das viel mehr verdient als du." Ich bin 14 oder 15 Jahre alt, Übernachtungsgast bei einer Freundin und erlebe zum ersten Mal in meinem Leben – live – was "Familie" bedeutet: Vater, Mutter, Geschwister. Alle an einem Tisch. Es gibt Abendbrot. In dieses traute Familienidyll wird plötzlich – es geht um irgendeine Schulnote in Verbindung mit einem verlockenden Auslandssemester – diese Aussage an meine Freundin gerichtet. Gemeint war: Nimm dir doch mal ein Beispiel an dem Elternlosen Kind, das nichts hat. Nichts fordert. Nie «belohnt» wird. Und trotzdem Hochleistung bringt. Das hält doch keine noch so enge Mädchen-Freundschaft aus. Ich habe mich in Grund und Boden geschämt. Es fühlte sich völlig falsch an. Für meine Freundin. Für mich. Ich mochte nicht das «Vorzeige-Mädchen sein». Ich war nicht stolz auf meine Leistungen. Für mich war mein Leben nämlich ganz normal. Alltag eben. Es hat sehr, sehr lange gedauert, aber heute kann ich das: stolz sein. Auf das, was ich erreicht habe. Auf den Menschen, der ich jetzt und hier bin. Was ich mir damals gewünscht hätte: echtes Interesse, Respekt. 🕸️ Das kommt dir bekannt vor? Dann vernetz dich gern mit mir! #resilienz #mitleid #rausausderopferrolle