Post by Katja Steinmann
„Tue heute etwas, worauf du morgen stolz sein kannst.“
Rassismus kennt keine Ausreden. Auch nicht im Fußball. Es macht mich wütend. Und gleichzeitig unendlich traurig. Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft werden wieder rassistische Kommentare gegen Jonathan Tah laut. Warum? Hätte er den Elfmeter verwandelt, hätten ihn viele gefeiert. Man hätte ihn als Helden bezeichnet. Doch weil er ihn verschossen hat, fühlen sich manche plötzlich berechtigt, ihn wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft zu beleidigen. Ein verschossener Elfmeter ist ein sportlicher Moment – mehr nicht. Rassismus hingegen ist eine bewusste Entscheidung. Kritik an einer sportlichen Leistung gehört zum Fußball. Rassistische Hetze hat dort keinen Platz. Niemals. Wir alle machen Fehler. Kein Mensch sollte deshalb seine Würde verlieren oder aufgrund seiner Herkunft angegriffen werden. Lasst uns endlich lernen, Menschen nach ihrem Charakter und ihrem Verhalten zu beurteilen – nicht nach ihrer Hautfarbe. Rassismus ist nicht nur niveaulos und peinlich. Er ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Ich wünsche mir, dass wir als Menschen mehr Respekt, mehr Anstand und mehr Menschlichkeit zeigen. Gerade dann, wenn Emotionen hochkochen. Denn genau dann zeigt sich, wer wir wirklich sind.