Post by Katharina Rogenhofer
Vorständin KONTEXT Institut | Autorin “Ändert sich nichts, ändert sich alles!” | ehem. Leiterin Klimavolksbegehren | Zoologie & Naturschutz in Wien und Oxford | ACHTUNG: bitte Nachrichten immer via Mail
Wir reden über die Energiewende, als wäre sie ein Luxus. Dabei ist sie das Gegenteil. Jede Kilowattstunde, die wir nicht selbst produzieren, kaufen wir von irgendjemandem. Oft von autokratischen Regimen. Das Geld fließt ab – ohne Arbeitsplätze, ohne Wertschöpfung, ohne Wiederkehr. ⚡Das ist kein Naturgesetz. Das ist eine politische Entscheidung. Darüber habe ich am 1. Juni bei der clavis Schlüssel-Akademie in Wien diskutiert – und zwei weitere Punkte haben mich besonders beschäftigt: 🌬️Windkraft-Desinformation ist kein Randphänomen. Sie ist organisiert, sie ist gezielt, und sie wirkt. Bürgermeister:innen stehen damit häufig alleine da, meinte Johannes Pressl. Was sie brauchen sind Werkzeuge, dem entgegenzuwirken, Beteiligungsmodelle und die Möglichkeit, selbst von Projekten zu profitieren. 🌍Der CO₂-Preis ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Das eingenommene Geld sollte direkt in die Transformation fließen – in Sanierung und Heizkesseltausch, Erneuerbare, Mobilität. Denn diese Investitionen schaffen massiven Mehrwert vor Ort. Doch das aktuelle Doppelbudget streicht genau bei diesen Klimainvestitionen. Das ist kein Sparen. Das ist Zukunftsvergessenheit. Mein Fazit aus dem Abend: Das Narrativ zur Energiewende muss sich verschieben – von Abhängigkeit zu regionaler Stärke, von Risiko zu Chance. Danke an Franz Angerer (Österreichische Energieagentur), Johannes Pressl (Österreichischer Gemeindebund) und Florian Seidl (Verbund) für die konstruktive und ehrliche Diskussion – und an eva michlits von clavis für die gelungene Moderation. 🙏