Post by Katharina Render

Autorin @BILD

„Du hast aber ganz schön zugelegt.“ „Mit deinen O-Beinen sehen hohe Schuhe echt scheiße aus.“ „Deine Brillengläser sind so dick wie Aschenbecher.“ Wenn Sie diese Sätze lesen, fällt Ihnen wahrscheinlich sofort Ihr eigener Satz ein. Der eine, der nie wieder verschwunden ist. Eine Bemerkung über Ihren Körper, ausgesprochen vielleicht von einer Oma, einem Mitschüler oder einer Bekannten – oft nicht einmal böse gemeint. Für denjenigen, der ihn sagte, war er schnell vergessen. Für das Kind, das ihn hörte, wurde er zur Stimme im Kopf. Ein unbedacht abgefeuerter Pfeil, der sich tief in die Seele des Getroffenen bohrte und jahrelang eine offene Wunde hinterließ. Beim gemeinsamen Mittagessen stellten wir in der BILD-Redaktion fest: Fast jeder von uns trägt so einen Satz bis heute mit sich herum, und mancher nagt immer noch an den Folgen. Spontan beschlossen wir: Wir möchten zum ersten Mal – auch öffentlich – über diese Sätze sprechen. Denn es tat gut zu hören: Ich bin damit nicht allein. Sieben Kollegen haben ausgepackt. Und beim Aufschreiben habe ich so sehr mit ihnen gefühlt. Danke für euren Mut und eure Offenheit Christian Seidl Konstantin Marrach Karsten Kehr Jörg Wienforth Laura Waibel Jenna Müller und ich haben mit Christian Lüdke und Michael Hubmann darüber gesprochen, wie man Warnsignale beim eigenen Kind bemerkt, wie man mit diesen Sätzen umgeht und was hilft, wenn Kommentare zur Belastung werden. Danke für die Expertentipps BILD

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