Post by Karim Suhm

Gründer der Talentspring Academy Group | Arbeitsmarkt der Zukunft, KI & Bildungspolitik | Wir qualifizieren Menschen für die Arbeitswelt von morgen

Teilzeit einschränken, um den Fachkräftemangel zu lösen? Der Vorschlag klingt einfach, greift aber zu kurz. In der aktuellen Ausgabe von Future of Work ordne ich die Debatte um den Vorstoß aus der CDU ein: Was ist die richtige Diagnose und wo liegt der falsche Hebel? Ja, Deutschland nutzt sein Arbeitskräftepotenzial nicht optimal. Aber Teilzeit ist selten Ursache, sondern meist Symptom struktureller Probleme: fehlende Betreuung, Pflegeverantwortung, hohe Grenzabgaben und Arbeitsmodelle, die Präsenz statt Ergebnis belohnen. Ein zentraler blinder Fleck der Debatte: Es wird so getan, als sei Teilzeit eine individuelle Präferenz. Tatsächlich ist sie für viele Menschen die einzige realistische Form der Erwerbsbeteiligung. Wer mehr Arbeitsvolumen will, braucht mehr als Appelle. Er braucht bessere Infrastruktur, klügere Anreize und eine Arbeitsorganisation, die Vollzeit überhaupt erst leistbar macht. Verstehen kommt vor Verbieten. Strukturen vor Symbolpolitik.

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