Post by Jürgen Schulz-Brüssel

Tech Lead & Agile Coach | Chief Roadblock Remover | Leading through the long haul. Building resilient teams and stable platforms

Letzte Woche wurde einen Post von Maxim Holzapfel in meinem Feed gespült: „Wie jemand gekündigt wird, sagt mehr über das Unternehmen als jede Karriereseite. Und zwar nicht für den, der geht. Sondern für die, die am nächsten Morgen wiederkommen.“ (https://lnkd.in/dRdU_BXF). Ich versprach (auch Björn Ramseger) das noch am Wochenende zu kommentieren - eine Woche später ist wieder Wochenende 😊 Beim Lesen des Posts hatte ich sofort einen Flashback. Ich erinnerte mich deutlich an eine Situation, in der ich mich mit einem Teamlead genau über so ein Szenario unterhalten musste. Er war derjenige, der am Ende die Nachricht mit zu überbringen hatte - aber eben auch derjenige, der das restliche Team am nächsten Tag weiter tragen musste. In diesem Gespräch lag eine enorme Schwere. Der Teamlead teilte die Zweifel an der Performance, des Mitarbeiters, aber er teilte eben auch die Zweifel am Management (also mir und anderen über mir). Und ich habe in seinen Augen den ganz persönlichen „Zweifelturm“ gesehen. Die unausgesprochene Frage: „Wenn die das mit ihm machen, machen die das bald auch mit mir?“ Nach über 25 Jahren in der Tech-Welt sage ich ganz offen: Diese Gespräche werden nie einfacher. Wenn sie es irgendwann werden, haben wir als Führungskräfte unsere Menschlichkeit verloren. Der zitierte Post hat absolut recht: Jede Trennung ist eine Botschaft an die, die bleiben. Ein leiser Moment, in dem Vertrauen entweder stirbt oder bewiesen wird. Gerade das mittlere Management sitzt dabei in der ungemütlichsten Sandwich-Position überhaupt. Ja, wir müssen als Manager strategische oftmals als hart und falsch empfunden Entscheidungen treffen, um Organisationen zukunftssicher zu machen. Aber das 'Was' darf niemals als Ausrede für ein respektloses 'Wie' herhalten. Wenn wir einen sicheren Hafen - einen „Safe Harbour“ - für unsere Teams bauen wollen, dann zeigt sich dessen Stabilität nicht bei Sonnenschein. Sie zeigt sich genau in solchen Momenten: Darin, wie wir den Teamleads den Rücken stärken, damit sie auch gemeinsam mit uns diese Gespräche mit Anstand, Respekt und auf Augenhöhe führen können. Mit Zeit, Würde und echter Unterstützung für den, der geht. Diejenigen, die morgen wiederkommen, tragen die Transformation von übermorgen. Sorgen wir dafür, dass sie das mit Vertrauen im Gepäck tun. Wie unterstützt ihr eure Teamleads in solchen Phasen?

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