Post by Jörg Kaiser
Vielfalt leben, Menschen entwickeln und Verantwortung übernehmen: Als Einrichtungsleiter setze ich mich für Bewohnerwohl, starke Teams und eine nachhaltige Standortsicherung ein
Dieses Foto entstand im vergangenen Jahr vor dem Karl-Liebknecht-Haus in Berlin bei einer Begegnung mit der Parteivorsitzenden von "Die LINKE", Ines Schwerdtner. Warum teile ich dieses Bild heute? Weil ich immer wieder erlebe, dass Menschen überrascht sind, wenn sie erfahren, dass ich als Einrichtungsleitung eines Pflegeheims für Menschen mit Demenz und mit umfassender wirtschaftlicher und personeller Verantwortung politisch seit vielen Jahren der Partei "Die LINKE" verbunden bin. Für manche scheint das nicht zusammenzupassen. Für mich passt es sehr wohl zusammen. Jeden Tag trage ich Verantwortung für Bewohnerinnen und Bewohner, für Mitarbeitende, für wirtschaftliche Entscheidungen und für die Zusammenarbeit mit Krankenkassen, Behörden und der Heimaufsicht. Gerade diese Verantwortung hat mich darin bestärkt, dass Solidarität, soziale Gerechtigkeit und ein respektvolles Miteinander keine theoretischen Ideale sind, sondern praktische Voraussetzungen für eine funktionierende Gesellschaft. An der Begegnung mit Ines Schwerdtner ist mir besonders ihre Authentizität in Erinnerung geblieben. Der Eindruck, dass Haltung und Handeln zusammengehören, hat sich für mich bestätigt. Auch deshalb bin ich überzeugt: Führungsverantwortung und linke Überzeugungen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Wer Verantwortung für Menschen übernimmt, erkennt oft besonders deutlich, wie wichtig soziale Sicherheit, gute Arbeitsbedingungen und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind. Wirtschaftliches Denken und soziale Verantwortung sind keine Gegensätze. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, beides miteinander zu verbinden. Politische Überzeugungen bedeuten für mich übrigens nicht, jede Aussage von Parteivertreterinnen und Parteivertretern unkritisch zu übernehmen. Sie bedeuten vielmehr, sich an bestimmten Werten zu orientieren. Und genau diese Werte – Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Respekt und Zusammenhalt – sehe ich jeden Tag in meiner Arbeit als Führungskraft bestätigt. Mich würde interessieren: Werden politische Überzeugungen und Führungsverantwortung noch zu häufig als Widerspruch wahrgenommen?