Post by Jörg Flachowsky
Lernen, teilen, Zukunft machen: Bildung, politische Bildung und Ausbildung in den Zeiten der Digitalität
Ich bin nicht neutral und will es auch nicht sein. Politische Bildung verliert ihren Sinn, wenn sie antidemokratische Positionen nicht klar benennt. Es war das Thema auf dem Fachtag der Berliner Landeszentrale für politische Bildung und der DVPB: ▶▶▶ Wer politische Bildung professionell verantwortet, arbeitet #immer auf der Grundlage von Menschenrechten und der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Das ist kein Meinungsrahmen, sondern normative Basis unseres Auftrags. Das vermeintliche ▶ Neutralitätsgebot schützt politische Akteur:innen und Parteien eben nicht davor, sachlich und zutreffend bewertet zu werden. Dr. Hendrik Cremer vom Deutsches Institut für Menschenrechte sagte es klar: „Es gehört ausdrücklich zum Auftrag politischer Bildung, Angriffe auf die Grundordnung zu thematisieren und faktenbasiert einzuordnen.“ Gleichzeitig wird die Arbeit schwieriger. Lehrkräfte und außerschulische Akteur:innen stehen zwischen Meinungsfreiheit, Mäßigungsgebot und dem pädagogischen Auftrag, junge Menschen zu demokratischer Urteilsbildung zu befähigen. ▶ Kontroverse Diskussionen sind dafür eine zentrale Säule. Das arbeitet Dr. Gudrun Heinrich von der Universität Rostock ganz hervorragend heraus und fordert #Kontroverse nicht zu scheuen. Aber sie braucht Grenzen. Und die liegen bei wissenschaftlicher Exaktheit und der freiheitlich demokratischen Grundordnung. Dort beginnt Schutzpflicht. Kontroversität ist nur dann tragfähig, wenn pädagogische Methoden klar begründet sind und Überwältigungsfallen vermieden werden. ▶▶▶ Gleichzeitig berichtete sie – und das muss beunruhigen – von zunehmenden Anfeindungen. Außerschulische Bildungsangebote werden ausgeladen, weil Eltern Druck machen. Diese Entwicklungen treffen die politische Bildung hart. Trotzdem entsteht neue Stärke. Zivilgesellschaftliche Netzwerke reagieren schneller, solidarischer und professioneller als noch vor einem Jahr auf die zunehmenden Angriffe. Schulungen, Wissensweitergabe und kollegialer Austausch wirken. Politische Bildung wird wehrhafter. Und das gut. Danke für Austausch und den erkenntnisreichen Workshop Lars Reisner vom Deutscher Bundesjugendring (DBJR) e.V. und allen anderen Impulsgebern Dr. Carsten Koschmieder, Jonas Friedemann Herms und Julia Alkanaan, Anna Schmidt, Christine Reich und Marc Rüdiger, Dr. Anne Jordan und natürlich Thomas Gill. #PolitischeBildung #DemokratieStärken #Kontroversität #Neutralitätsgebot